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Schriftenreihe (Bd. 386)

Vorworte


Inhalt

Vorwort Konrad Becker

Vorwort Saskia Sassen

Vorwort Konrad Becker
Wir leben in einer Welt der Veränderung – im Übergang vom Zeitalter der industriellen Produktion hin zu einer Welt, in der die Gesellschaft zunehmend auf der Produktion und dem Austausch von Wissen und Information basiert.

In einer Geschwindigkeit, die von vielen nicht mehr leicht nachvollzogen werden kann, bewegen wir uns in Richtung einer Informationsgesellschaft, die durch den Umgang mit einer globalen Informationsinfrastruktur gekennzeichnet und von digitalen Netzwerken geprägt ist, die den Planeten wie eine unsichtbare Infosphäre umschließen.

Zusammen mit den Entwicklungen der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sowie der computergestützten Biotechnologie entsteht eine neue globalisierte Wirtschaft, die nachhaltige Auswirkungen auf Politik, Kultur und soziale Beziehungen haben wird.

Mit der Veränderung der wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Strukturen hin zu einer wissensbasierten Gesellschaft wird Wissen zunehmend zu einem Machtfaktor. Die ungleiche Verteilung von Wissen wird zu einer ernst zu nehmenden Herausforderung für die demokratische Entwicklung und die soziale Gerechtigkeit.

Ausreichende und vor allem zuverlässige Information ist die Grundlage jeder Entscheidung. Weite Teile der Gesellschaft und zahlreiche Entscheidungsträger sind immer noch nicht hinreichend mit den Implikationen der Informations- und Kommunikationstechnologien vertraut, um sich gestaltend an der Entwicklung einer breiten und demokratischen Debatte beteiligen zu können. Es besteht daher das öffentliche Interesse, die Hintergründe der gesellschaftlichen Entwicklung für alle Bevölkerungsgruppen transparent zu machen.

Im Interesse der Allgemeinheit muss die Stärkung und Förderung der öffentlichen Sphäre in den elektronischen Netzwerken sichergestellt werden, die Erhaltung kultureller Vielfalt in der Infosphäre sowie die Anerkennung und Gewährleistung der „digitalen Menschenrechte“. Digitale Menschenrechte basieren auf dem Verständnis von Kommunikation als der Grundlage von Zivilisation und Gemeinschaftsbildung. Das Recht auf Zugang zu elektronischen Netzwerken, das Recht auf die Freiheit der Meinung und des Ausdrucks und nicht zuletzt das Recht auf eine Privatsphäre sind die zentralen digitalen Menschenrechte.

Aber auch die experimentelle Anwendung und Aneignung von Informations- und Kommunikationstechnologien durch Künstler und Kulturschaffende außerhalb rein ökonomisch orientierter Strukturen leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung lebendiger und vielfältiger elektronischer Kulturen. Dazu bedarf es aber Rahmenbedingungen und Maßnahmen zur Förderung von Kunst in elektronischen Netzwerken, um dieses kulturelle Erbe der Zukunft für kommende Generationen sicherzustellen.

World-Information.Org versucht mit dem vorliegenden Buch auch einen Beitrag zu einem besseren Verständnis der Chancen und Risiken der Informationsgesellschaft anzubieten. Die hier vorgestellte Cultural Intelligence soll den Leser ermutigen, Fragen zu stellen, die vielleicht simpel klingen, aber weitreichende Konsequenzen für unsere Welt haben:

Wem gehört das Netz, wie funktioniert es wirklich und wie kann die Öffentlichkeit davon profitieren? Wie verändern sich Alltagsleben, Kunst, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft durch die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien? Wie entsteht öffentliche Meinung? Wie kann der Schutz der Privatsphäre und der Persönlichkeitsrechte in der Informationsgesellschaft gesichert werden? Was sind die Informationsmenschenrechte? Wie sieht Kunst in digitalen Netzwerken aus, und was ist die Grundlage eines zukünftigen Kulturerbes?

Konrad Becker, world-information.org
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10. Februar 2012
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Die Politik der Infosphäre
Vorworte
V. Globale Sicherheit
5.1 Überwachung
5.2 Kryptografie
5.3 Biometrie
5.4 Echelon
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