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Informationen zur politischen Bildung (Heft 243)

Widerstand traditioneller Eliten


Wolfgang Benz
Inhalt

Einleitung

Der Kreisauer Kreis

Der Goerdeler-Kreis

Der Solf-Kreis

Die Strassmann-Gruppe

Der Freiburger Kreis

Der Solf-Kreis
Typisch für die Formierung von Regimekritik unter gebildeten Bürgern, die zum Widerstand gegen das NS-Regime wurde, waren die Teegesellschaften in der Berliner Wohnung von Hanna Solf. Sie war die Witwe des 1936 verstorbenen deutschen Botschafters in Tokio. In ihrem Salon trafen sich Diplomaten aus dem Auswärtigen Amt, wie der Gesandte Dr. Otto Kiep, der Legationsrat Hilger van Scherpenberg (er war Schwiegersohn des ehemaligen Reichsbankpräsidenten und Wirtschaftsministers Hjalmar Schacht), der Botschaftsrat i.R. Albrecht Graf von Bernstorff, Industrielle wie Nikolaus von Halem und Publizisten wie Karl Ludwig Freiherr von Guttenberg, der Herausgeber der katholischen Zeitschrift "Weiße Blätter". Vom Solf-Kreis wurden weder Attentate geplant noch Entwürfe für eine Staats- und Gesellschaftsordnung nach Hitler ausgearbeitet. Hier tauschten vielmehr Gleichgesinnte in der Abneigung gegen den Nationalsozialismus ihre Gedanken aus. Vor allem aber liefen viele Verbindungen vom Solf-Kreis zu anderen Gegnern Hitlers. Halem hatte nicht nur Kontakt zur Militäropposition, sondern auch zur kommunistischen Uhrig-Römer-Gruppe. Über Otto Kiep gab es Beziehungen zu regimekritischen Beamten im Auswärtigen Amt und zum Kreisauer Kreis. Mitgliedern des Solf-Kreises war die Hilfe für Verfolgte, vor allem für Juden, ein Anliegen.

In eine Zusammenkunft bei Elisabeth von Thadden am 10. September 1943 hatte die Gestapo einen Spitzel eingeschleust. Seiner Denunziation fielen die meisten Angehörigen des Zirkels zum Opfer. Während Hanna Solf, ihre Tochter Gräfin Ballestrem und van Scherpenberg wegen mehrmaliger Verschiebung ihrer Gerichtsverhandlung das Kriegsende überlebten, wurden Elisabeth von Thadden, Otto Kiep, Freiherr Guttenberg, Nikolaus von Halem und andere hingerichtet. Graf Bernstorff und Legationsrat Richard Kuenzer wurden noch am 24. April 1945 in der Nähe des Lehrter Bahnhofs in Berlin ermordet.
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09. Februar 2012
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Inhalt
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Deutscher Widerstand 1933-1945
Zu diesem Heft
Zustimmung und Widerstand im Nationalsozialismus
Der Kampf gegen den Nationalsozialismus vor 1933
Opposition und Widerstand der Arbeiterbewegung
Kirchen - Selbstbehauptung und Opposition
Widersetzlichkeit und Widerstand von einzelnen: Drei Beispiele
Widerstand traditioneller Eliten
Der militärische Widerstand
Selbstbehauptung und Gegenwehr von Verfolgten
Jugend- und Studentenopposition
Verweigerung im Alltag und Widerstand im Krieg
Vorbild und Beispiel politischer Moral
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Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg
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