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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 5/2002)
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Jugendsprache und Jugendkultur |

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Peter Schlobinski
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II. Jugendsprache und Jugendkultur im Spiegel der Forschung |
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Dass dieses 'Spielzeug der Medien' nicht Jugendsprache, sondern eine medial gespiegelte Stilisierung von Jugendsprache ist, ist offensichtlich. Aber auch die Forschungen zur Jugendsprache waren und sind ein Spiegelbild der jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnisse, der Meinungen und Haltungen gegenüber der Jugend' im jeweiligen historischen Kontext.
In seinem Literaturbericht zur Jugendsprache
unterscheidet Edgar Lapp
fünf Phasen der Jugendsprachforschung:
- die Vorläufer: historische Studenten- und Schülersprache;
- die fünfziger Jahre: "Halbstarken-Chinesisch";
- die sechziger Jahre: "Teenagerdeutsch";
- die siebziger Jahre: "APO-Sprache", "Szene-Sprache" und "Schülerdeutsch";
- die achtziger Jahre: "Die große Vielfalt".
Über zehn Jahre nach Erscheinen von Lapps Beitrag können wir die Chronologie fortsetzen mit:
- den neunziger Jahren: "der Mythos von der Jugendsprache", "jugendliche Sprachregister und Sprachstile".
Es ist kein Zufall, dass die eigentliche Jugendsprachforschung erst nach 1945 ansetzt, denn durch die anglophonen Einflüsse boomte in den fünfziger Jahren eine eigenständige Jugendkultur, die sich gegen die Werte und Normen etablierter Erwachsenenkulturen stellte und weite Teile der Gesellschaft erfasste. Schon damals wurden das "Gezappel" und die "Niggermusik" ebenso kritisiert wie die immer stärker zunehmenden Amerikanismen. Kein Film drückt das Lebensgefühl der jugendlichen Subkultur der fünfziger und beginnenden sechziger Jahre besser aus als Die Halbstarken
(1956) mit Horst Buchholz in der Hauptrolle. Seit dem Rock' 'n' Roll haben sich Jugendkulturen ihren Markt erobert und sind als Markt erkannt worden - seit dieser Zeit kann auch erst von einer Jugendsprachforschung gesprochen werden, die immer in sprach- und ideologiekritische Argumentationszusammenhänge eingebunden war. Zentraler Aspekt hierbei war und ist der immer wieder postulierte Sprachverfall durch die Jugend. Jugendsprache sei ein "Jargon einer bestimmten Sondergruppe", der den "größeren und wertvolleren Teil der Jugend erniedrigt und beleidigt", schreibt Heinz Küpper
, der in seinem bekannten Wörterbuch der deutschen Umgangssprache
Lexikoneinträge eben dieses "Jargons" als "halbwüchsigensprachlich" markiert. |
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10. Februar 2012
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Online-Angebot der bpb |
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jugendopposition.de
Ausgezeichnet mit Grimme Online Award: Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Videos, Fotos und Dokumenten. |
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