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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 7-8/2004)

Auf dem Weg zu einem europäischen "Geschichtsbild"


Anmerkungen zur Entstehung eines gesamteuropäischen Bilderkanons
Susanne Popp
Inhalt

Einleitung

"Bilder zur Geschichte"

Der Bilderkanon

Inhaltliche Schwerpunkte des europäischen Bildinventars

Einheit in der Vielfalt

Einleitung
Nach der für den 1. Mai 2004 vorgesehenen Erweiterung wird die Europäische Union 25 Mitgliedstaaten mit zusammen über 450 Millionen Einwohnern und Einwohnerinnen umfassen. Zugleich wird - sollte die bisher eingeschlagene Richtung der europäischen Integration beibehalten und statt des nationalen Vetorechts im Ministerrat die Mehrheitsentscheidung eingeführt werden - für alle Bürger und Bürgerinnen unmissverständlich deutlich werden, dass in Brüssel de facto ein transnationaler Staat entstanden ist, der über viele jener Kompetenzen verfügt, die bisher charakteristische Merkmale nationaler Souveränität waren.

Zur Person
Susanne Popp
Dr. phil., geb. 1955; Professorin für Didaktik der Geschichte, Neueste Geschichte an der Universität Siegen.
Anschrift: Universität Siegen, Fachbereich 1, Adolf-Reichwein-Straße 2, 57068 Siegen.
E-Mail: popp@geschichte.uni-siegen.de

Veröffentlichungen u.a.: (Hrsg. zus. mit Karl Pellens u.a.) Historical Consciousness and History Teaching in a Globalizing Society, Frankfurt/M. 2001; (Hrsg. zus. mit Anton Hauler und Wolfgang Kremp) Die USA als historisch-politische und kulturelle Herausforderung - Vermittlungsversuche, Trier 2003; (Hrsg. zus. mit Johanna Forster) Curriculum Weltgeschichte. Interdisziplinäre Zugänge zu einem global orientierten Geschichtsunterricht, Schwalbach/Ts. 2003.


Somit ist es nur verständlich, dass man allenthalben nach Mitteln und Wegen sucht, einen europäischen Gemeinsinn zu fördern, der die Idee der "Werte-Gemeinschaft Europa" mit Leben erfüllt. Dabei wird die Stärkung einer transnationalen europäischen Identität weithin auch als Aufgabe für die historische und politische Bildung in Europa verstanden, die zum Aufbau eines europäisch orientierten Geschichtsbewusstseins bei der jungen Generation beitragen soll. Denn politische und kulturelle Gemeinschaften können sich "offenbar nur selbst verstehen, wenn sie bei ihrer Ortsbestimmung Vergangenheit und Gegenwart und Zukunft aufeinander beziehen"[1]. Somit muss der traditionell in der Nationalhistorie verankerte Geschichtsunterricht angemessene Antworten auf fundamental sich verändernde Rahmenbedingungen finden.

Dabei stellt die kulturelle Vielfalt der europäischen Regionen und Staaten mit ihren spezifischen historischen Identitäten eine besondere Herausforderung dar. Die kulturelle Heterogenität gilt zwar zu Recht als unverzichtbarer Bestandteil der europäischen Identität, doch wurzeln das nationale Denken und die damit verbundenen historischen Identitäten häufig in "Geschichtsbildern",[2] die in den entsprechenden Geschichtskulturen und -schulbüchern ihren Ausdruck finden und mehr von nationalen Abgrenzungen (bisweilen auch Ausgrenzungen) als von europäischen Orientierungen bestimmt sind. In Anbetracht der europäischen Geschichte der vergangenen 200 Jahre vermag die Präsenz national "umkämpfter Vergangenheiten"[3] kaum zu überraschen. Doch wenn der Geschichtsunterricht in der Europäischen Union dem Prinzip der "Einheit in der Vielfalt eines erweiterten Europas" gerecht werden will, muss er überzeugende Konzepte entwickeln, welche die gewachsenen regionalen und nationalen historischen Identitäten nicht nur anerkennen und bewahren, sondern auch in transnational europäische Perspektiven integrieren.
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30. Juli 2010
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Inhalt
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Politische Bildung
Editorial
Ein halbes Jahrhundert staatliche politische Bildung in Deutschland
Zustand und Perspektiven der politischen Bildungsarbeit in Ostdeutschland
Judentum, Christentum und Islam in europäischen Lehrplänen
Auf dem Weg zu einem europäischen "Geschichtsbild"
Politische Bildung in der globalen Wissensgesellschaft
Politische Bildung für Nachhaltigkeit
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