Die bpbBestellenNewsletterPressePartnerImpressumKontakt

Home
   
FAQ Index
Suche

Themen
Publikationen
Arbeitsmaterialien Medien
Aus Politik und Zeitgeschichte
AV-Medienkatalog
CD-ROM/ CD/ DVD
Einzel-
publikationen
Entscheidung im Unterricht
Filmhefte
fluter
HanisauLand
Informationen zur politischen Bildung
Info aktuell
Internet-Angebote
Mobile Angebote
Karten
Pocket
Rechtsreihe
Schriftenreihe
Spicker Politik
Thema im Unterricht
Themenblätter im Unterricht
Themen und Materialien
Zeitbilder
Spiele
Sonstige
Was geht?
Suche
Veranstaltungen
Wissen
Lernen


Aus Politik und Zeitgeschichte (B 24/2001)

Sozio-ökonomische Aspekte nachhaltigkeits-
orientierten Konsumwandels


Joachim H. Spangenberg / Sylvia Lorek
Inhalt

I. Einleitung

II. Nachhaltiger Konsum - Was ist das?

III. Ökologischer Konsum - Was können Haushalte tun?

IV. Konsumwandel als Beitrag zu einer integrierten nachhaltigen Entwicklung

V. Wohlstand, Konsum und Umwelt

VI. Fazit und Ausblick: Für einen Genuss ohne Reue

V. Wohlstand, Konsum und Umwelt
Wenn jeder Kaufakt mit Umweltfolgen verbunden ist, dann erscheint es plausibel, dass je mehr Geld ein Individuum oder auch ein Land zur Verfügung hat und für seinen Konsum ausgeben kann, es desto mehr die Umwelt belastet ("Grenzen des Wachtums"-Hypothese).

Es kann aber auch der entgegengesetzte Standpunkt eingenommen werden: Je mehr Reichtum vorhanden ist, desto eher kann in umweltschonende Technologien investiert werden bzw. desto eher besteht die Möglichkeit, ökologisch verträgliche Produkte zu kaufen, die heute in der Regel teurer sind ("Grenzen durch Wachstum"-Hypothese). Das Verhältnis von Konsumniveau und Ökoeffizienz bestimmt das Wechselspiel von Reichtum und Ökologie. Welche Präferenzen haben aber die Reichen konkret, für welche Art von Konsum entscheiden sie sich, wie viel davon verbrauchen sie und mit welchen Wirkungen auf die Umwelt [17] ? Ist ihr Lebensstil schon dadurch in seinem Wesen nachhaltig, weil die Besitzstruktur der Reichen auf Dauerhaftigkeit, auf Erhalten und Vererben angelegt ist? Wie wirkt die Polarisierung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse [18] auf Konsumstrukturen und Umweltbelastung? Mit Hilfe der oben genannten Indikatoren kann die einkommensspezifische Ausprägung des Konsums in den prioritären Handlungsfeldern analysiert und so die Umweltwirkung wachsenden Wohlstandes identifiziert werden [19] .

Die Antwort auf die Frage, ob der zunehmende Wohlstand zu einem abnehmenden Umweltverbrauch führt, lautet: Dies ist nicht der Fall. In zwei der drei für den Umweltverbrauch entscheidenden Bedarfsfeldern (Bauen und Wohnen sowie Mobilität) ist eine gleichgerichtete Entwicklung von Umweltverbrauch und dem Grad des materiellen Wohlstandes festzustellen. Wohlstand in Deutschland geht also mit erhöhtem Umweltverbrauch einher, ist eher mehr Normal-Konsum als anderer, ökologischer Konsum. Dies ist insbesondere deshalb bedenklich, weil die reichen Bevölkerungsgruppen nach wie vor eine Orientierungsfunktion für die Bevölkerungsmehrheit haben und so einem qualitativen Wandel der Konsummuster hin zu mehr Zukunftsfähigkeit diametral entgegenstehen.

Wenn also Reichtum unter den gegenwärtigen Konsummustern die Umweltbelastung erhöht, führt dann umgekehrt nachhaltiger Konsum zu Wohlstandsverlusten? Auch gegen diese in der politischen Debatte zum Teil offen vertretene Ansicht sprechen die vorliegenden Untersuchungen. So zeigt eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), dass zwei zentrale Strategien nachhaltigen Konsums - ökologische Produktwahl und gemeinsame Produktnutzung - sich durch positive gesamtwirtschaftliche Effekte auszeichnen [20] . Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg in den Modellrechnungen um jeweils rund 20 Milliarden DM und die Beschäftigtenzahl um ca. 130 000, während der Reststoffanfall sank. Die Wirkung auf die Einkommensverteilung war neutral bzw. positiv. Untersuchungen zum Effekt der Einführung langlebiger Konsumgüter [21] bestätigen diesen Trend: Der Umweltverbrauch sinkt, während der Lebensstandard steigt. Allerdings muss angemerkt werden, dass die Verflechtungen von Produktions- und Konsumsphäre sich nicht auf das Einkommen reduzieren lassen, sondern von vielfältigen sozialen Faktoren geprägt sind.
Themen | Wissen | Veranstaltungen |
Publikationen | Lernen |
Die bpb | Bestellen | Newsletter | Presse | Partner |
Impressum | Datenschutz | Kontakt | Home
10. Februar 2012
Druck-Version
Artikel versenden
Inhalt
Bild vergrößern
Verbraucherpolitik - Nachhaltigkeit
Editorial
Die Idee der Nachhaltigkeit als zivilisatorischer Entwurf
Grundlinien einer modernen Verbraucherpolitik
Präventiver Verbraucherschutz: Vorbeugen ist besser als Heilen
Sozio-ökonomische Aspekte nachhaltigkeits-
orientierten Konsumwandels
Die Wende in der Landwirtschaft
Lexikonsuche
Suchwort:
Lexika: