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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 39/2000)
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Historische Ursachen der Fremdenfeindlichkeit in den neuen Bundesländern |

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Patrice G. Poutrus / Jan C. Behrends / Dennis Kuck
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Durch den Bombenanschlag in Düsseldorf sind Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit zu einem zentralen Medien- und Politikthema im Sommer 2000 geworden. Dieses Verbrechen hat zum einen mit dem Einsatz von Sprengstoff eine neue Qualität der Gewaltbereitschaft erreicht, zum anderen verdeutlicht es die gesamtdeutsche Dimension der Problematik. Trotz Vereinheitlichungstendenzen und internationaler Vernetzung in der rechten und Skinhead-Szene sind deutliche Unterschiede zwischen der Situation in Ost- und Westdeutschland zu beobachten. Kennzeichnend ist nicht nur die 'starke Dominanz jugendlicher Rechtsextremisten'
in den Jugendtreffs verschiedener ostdeutscher Brennpunkte, sondern die inzwischen erreichte voraussetzungslose Gewaltbereitschaft
. Das dahinter stehende Kernproblem ist vielmehr die Toleranz gegenüber der Gewalt, die Alltäglichkeit fremdenfeindlicher Einstellungen in breiten Teilen der ostdeutschen Gesellschaft. Zwar ist die fremdenfeindliche Gewalt ein Handlungsmuster junger Männer, quantitative Untersuchungen zeigen aber, dass die Intoleranz gegenüber Ausländern bei den älteren Ostdeutschen signifikant höher liegt
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Zur Person |
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Patrice G. Poutrus geb. 1961; seit 1999 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Europa-Universtität Viadrina Frankfurt (Oder).
Anschrift: ZZF, Am Kanal 4-4 a, 14467 Potsdam.
Veröffentlichung: Vor der Spaltung kam der Klassenkampf, in: Burghard Ciesla u. a. (Hrsg.), Sterben für Berlin? Die Berliner Krisen 1948: 1958, Berlin 1999.
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In der Diskussion um die Ursachen dieser fremdenfeindlichen Gewalt im Osten hat sich eine starke Polarisierung entwickelt: Entweder wird die problematische DDR-Geschichte zur Erklärung von Politikdefiziten seit 1990 herangezogen
oder die Schwierigkeiten der Transformation gelten als hauptsächliche Ursache für wachsenden Rechtsextremismus
. Nach unserer Auffassung sollte aber die heutige Fremdenfeindlichkeit in den Neuen Ländern genauso wie die wirtschaftliche Krise als an spezifische Voraussetzungen aus der DDR-Geschichte gekoppelt betrachtet werden. Die sozialhistorische Forschung zu dieser Thematik steckt indessen noch in den Kinderschuhen. Im Vordergrund stand zunächst das politische System der DDR, während die Forschung zu gesellschaftlichen Randgruppen vernachlässigt wurde
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Zur Person |
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Jan C. Behrends geb. 1969; 1996-2000 Studentischer Mitarbeiter am ZZF in der Projektgruppe 'Herrschaft und Eigen-Sinn in der Diktatur'; zur Zeit wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bielefeld.
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Wir versuchen, einige Erklärungsansätze für die Fremdenfeindlichkeit auf dem Gebiet der ehemaligen DDR zu entwickeln, die sich an den historischen Bedingungen des Umgangs mit und der Wahrnehmung von 'Fremden' in der ehemaligen DDR orientieren. Sowohl ältere mentalitätsgeschichtliche Prägungen der ostdeutschen Bevölkerung als auch sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Bedingungen im Staatssozialismus werden berücksichtigt; im Mittelpunkt stehen allerdings die spezifischen Modalitäten des Aufenthalts von 'Fremden' in der staatssozialistischen Diktatur der DDR. Hervorgegangen ist der Beitrag aus Arbeiten zur Entwicklung eines Forschungsprojektes zu 'Fremden und Fremd-Sein in der DDR', die wir 1999 in der Projektgruppe 'Herrschaft und Eigen-Sinn in der Diktatur' am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam (ZZF) durchführten
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Zur Person |
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Dennis Kuck geb. 1971, Studienreferendar in Marburg.
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10. Februar 2012
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