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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 7/2008)

Stabilität des internationalen Finanzsystems


Wolfgang Filc
Inhalt

Einleitung

Aufgaben monetärer Märkte

Vertrauen in die Finanzmärkte

Flexible Wechselkurse und ihre Folgen

Mengen- und Preisprobleme

Die Ursachen mangelnder Effizienz

Was tun?

Vertrauen in die Finanzmärkte
Gleichgewichtige Preise und Renditen werden in den Köpfen der Akteure ermittelt. Haben alle Marktteilnehmer den gleichen Informationsstand und werten sie ihn richtig aus, kann es keine Unstimmigkeiten über einen korrekten Kurs oder Preis geben. Transaktionen zu ungleichgewichtigen Preisen oder Kursen sind dann ausgeschlossen, weil sich sonst eine Marktseite bewusst schädigte. Werden neue Informationen sofort verarbeitet, springt der Kurs oder Preis zu einem neuen Gleichgewichtswert. Dann sind Finanzmarktpreise, Zinssätze, Aktienkurse und Devisenkurse Ergebnisse optimaler Prognosen. "Falsche" Preise oder Kurse sind ausgeschlossen. Dabei beinhaltet der Begriff "Informationen" vieles: Zahlen, Fakten, Vorstellungen über Wirkungszusammenhänge, Vermutungen über Meinungen und Handlungsweisen anderer. Welche Informationen relevant und welche Schlussfolgerungen hieraus zu ziehen sind, bestimmen die Marktteilnehmer. Das Ergebnis lautet: Lässt man den Markt nur walten, werden staatliche Eingriffe in die Preisbildung eingestellt, werden Marktteilnehmer mit vielfältigen Informationen versorgt, so müssen Marktpreise alle relevanten Informationen effizient und deshalb richtig ausdrücken, weil sich niemand Gewinne durch Ausnutzen von Unterschieden zwischen Preisen und Gleichgewichtswerten entgehen lässt. Der Markt hat immer recht.

Diese Überzeugung hinsichtlich der Effizienz von Finanzmärkten stand Pate bei ihrer Deregulierung und der Globalisierung des Finanzsystems. Dabei konnte man sich auf empirische Untersuchungen stützen, die zu entsprechenden Ergebnissen gelangt waren. Dann aber ist alles bestens gerichtet. Die Marktergebnisse sind effizient. Deshalb hat sich der Staat als Regulierungsinstanz von Finanzmärkten zurückzuziehen. Er kann die Dinge nicht verbessern. Flexibilisierung, Deregulierung, Internationalisierung, Globalisierung sind geboten, um die weltwirtschaftliche Wohlfahrt zu mehren. Und dieser Weg wurde konsequent eingeschlagen. Das begann mit der Aufgabe des Systems fester Wechselkurse.
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10. Februar 2012
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Internationale Finanzpolitik
Editorial
Stabilität des internationalen Finanzsystems
Der IWF auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit?
Weltweite Ansteckung: berechtigte Sorge oder grundlose Panik?
Leistungsbilanzdefizit der USA
Das chinesische Wechselkurssystem
Finanzmärkte als Entwicklungshemmnis
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