Die bpbBestellenNewsletterPressePartnerImpressumKontakt

Home
   
FAQ Index
Suche

Themen
Publikationen
Arbeitsmaterialien Medien
Aus Politik und Zeitgeschichte
AV-Medienkatalog
CD-ROM/ CD/ DVD
Einzel-
publikationen
Entscheidung im Unterricht
Filmhefte
fluter
HanisauLand
Informationen zur politischen Bildung
Info aktuell
Internet-Angebote
Mobile Angebote
Karten
Pocket
Rechtsreihe
Schriftenreihe
Spicker Politik
Thema im Unterricht
Themenblätter im Unterricht
Themen und Materialien
Zeitbilder
Spiele
Sonstige
Was geht?
Suche
Veranstaltungen
Wissen
Lernen


Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 43/2005)

Die Arbeitsmärkte - Stellgröße für mehr Beschäftigung?


Friedhelm Hengsbach
Inhalt

Einleitung

Selektion

Arbeitsmärkte

Kündigungsschutz

Arbeitszeiten

Tarifverträge

Lohnkosten

Lohnstruktur

Lohnnebenkosten

Lohnkosten
Die rot-grüne Koalition hat zwar den globalen Wettlauf um niedrigere Löhne und schlechtere Arbeitsbedingungen abgelehnt; die Löhne in Deutschland seien nicht zu hoch. Sie würdigte jedoch gleichzeitig moderate Lohnerhöhungen als lohnende Beiträge der Beschäftigten, um bedrohte Arbeitsplätze zu sichern. Im Windschatten der Dauerklage von Ökonomen und Arbeitgebern über Deutschland als Hochlohnland, das sich im globalen Wettbewerb nicht behaupten könne, bezeichnete Bundeskanzler Schröder auch den erpressten Lohnverzicht der Belegschaften einzelner Betriebe von DaimlerChrysler, Siemens und Opel als modellhaft für das Land. Sich mit Lohnforderungen zurückzuhalten, wird allgemein als geeignetes Mittel angesehen, um vorhandene Arbeitsplätze in Deutschland zu retten und zusätzliche zu schaffen.

Der fortwährende Export- und Leistungsbilanzüberschuss widerlegt jedoch die Behauptung, Deutschland sei international nicht wettbewerbsfähig. Zwei Drittel der grenzüberschreitenden Geschäfte werden mit anderen westeuropäischen Ländern getätigt. Außerdem zählt im internationalen Vergleich nicht die absolute Lohnhöhe, sondern das Verhältnis von Arbeitsaufwand und Arbeitsertrag. Wenn neben der Lohnhöhe die Arbeitsproduktivität berücksichtigt wird, kommt man zu den "Lohnstückkosten in jeweiliger Währung", die allerdings wechselkursbereinigt und dynamisiert werden müssen. Nun sind diese Lohnstückkosten von 1995 bis 2003 in Deutschland weniger als in allen anderen Industrieländern mit Ausnahme Japans gestiegen. Eine Standortschwäche der deutschen Wirtschaft auf Grund zu hoher Lohnforderungen ist nicht nachweisbar.

Seit einiger Zeit werden die angedrohten und teilweise realisierten Produktionsverlagerungen in Niedriglohnländer als Ursache der hohen Arbeitslosigkeit in Deutschland genannt. Ein zeitweiliger oder dauerhafter Lohnverzicht der Belegschaften jener Betriebe, die unmittelbar mit Betrieben beispielsweise aus EU-Beitrittsländern konkurrieren, könne die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Arbeitsplätze wieder herstellen. Sollten die Betriebsräte sich weigern, die Betriebskosten zu senken, würden Betriebsteile oder ganze Betriebe in Länder wie Ungarn, Tschechien oder die Slowakei verlagert.

Eine streng einzelwirtschaftliche Aufrechnung von Arbeitszeiten und Lohnkosten greift zu kurz, solange Aspekte der Markterschließung außer Acht bleiben. Sie mag aus betrieblicher und kurzfristiger Perspektive plausibel klingen, nicht jedoch auf der Ebene des Konzerns und der Gesamtwirtschaft. Zwar sind kleine oder mittlere Unternehmen und selbst transnationale Konzerne bemüht, den Prozess einer Strukturanpassung geschmeidig zu gestalten und zu verlangsamen. Dennoch bleibt das Hinausschieben einer auf Dauer unvermeidbaren Produktionsverlagerung in so genannte Niedriglohnländer rein defensiv. Denn auf längere Sicht hin ist es sinnvoll, den Spielregeln der internationalen Arbeitsteilung zu folgen. Die Textilindustrie und andere arbeitsintensive Industrien sind schon vor Jahrzehnten aus Deutschland abgewandert. Dadurch ist der Wohlstand der Deutschen nicht gesunken, sondern gestiegen. Durch eine Produktionsverlagerung werden etwa in Ungarn Arbeitsplätze geschaffen. Es entstehen zusätzliche Einkommen, Massenkaufkraft und Wachstumsimpulse, von denen ein Teil als Nachfrage nach deutschen Exportgütern zurückströmt. Ein Land, das sich wirtschaftlich entwickelt, ist als Handelspartner interessanter als ein Land, das unterentwickelt bleibt.
Themen | Wissen | Veranstaltungen |
Publikationen | Lernen |
Die bpb | Bestellen | Newsletter | Presse | Partner |
Impressum | Datenschutz | Kontakt | Home
10. Februar 2012
Druck-Version
Artikel versenden
PDF-Version
Inhalt
Bild vergrößern
Wirtschaftspolitik
Editorial
Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsethik
Eine wirtschaftspolitische Bilanz der rot-grünen Bundesregierung
Die Arbeitsmärkte - Stellgröße für mehr Beschäftigung?
Arbeitsmarktpolitik in Deutschland
Marktwirtschaft und Sozialstaat: Zukunftsmodell für Deutschland
Unternehmen in der Aktiven Bürgergesellschaft
Lexikonsuche
Suchwort:
Lexika: