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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 52/2008)

Editorial


Katharina Belwe

"Kult" steht für eine sehr breite Anerkennung der Qualität eines Objektes oder Subjektes des öffentlichen Lebens durch eine verehrende (Fan-)Gemeinschaft. Es kann sich dabei um Gegenstände, Filme, Bands, zeitlich fixierte Ereignisse oder Naturphänomene sowie um göttliche Wesen und weltliche Persönlichkeiten handeln, ebenso um den eigenen Körper. Ein Kult äußert sich auch in der Popularisierung und Spiritualisierung einer Religion, wobei die Grenzen zwischen dem Religiösen und Nichtreligiösen verschwimmen. Ideologien oder andere populäre Strömungen innerhalb der Gesellschaft können ebenfalls Kultcharakter erhalten.

Eine Kultfigur - ein Idol - ist meist eine charismatische Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Die Einmaligkeit oder Herausgehobenheit der Position und das mit dieser verbundene "Amtscharisma" (Max Weber) sichern die öffentliche Faszination. Der Papst, der Dalai Lama, der amerikanische Präsident John F. Kennedy, die Prinzessin von Wales, die Pop-Ikone Madonna, der Rockstar Elvis Presley sind oder waren Kultfiguren; auch DJs oder Sportstars können diesen Status erlangen. Voraussetzung ist, dass sie diese Rolle durch ihre Präsenz, ihr Aussehen und Auftreten glaubhaft verkörpern und ihr Publikum faszinieren.

Kultische Verehrung ruft die Massenmedien als Verstärker auf den Plan; es kommt zur Vermarktung des Idols oder Kultgegenstandes: Idole und Kult, Massenmedien und Kommerz gehören zusammen. Die verehrte Persönlichkeit wird entsprechend "bearbeitet", mit einem Nimbus versehen und so zum Kristallisationspunkt eines Mythos sowie zur Projektionsfläche der Identifikationsbedürfnisse der Massen. Das jüngste Beispiel ist Barack Obama, der künftige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.
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10. Februar 2012
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Idole - Kult
Editorial
Die populäre Religion und die Transformation der Gesellschaft
Jenseits von Säkularisierung und Wiederkehr der Götter
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