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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 39/2008)

Psychische Folgen der Internetnutzung


Nicola Döring
Inhalt

Einleitung

Internetkompetenz

Gesundheit und Internet

Identität und Internet

Soziale Beziehungen und Internet

Fazit

Einleitung
Nur drei Prozent der Frauen und zehn Prozent der Männer gehörten 1997 zur privilegierten Minderheit der frühen Internetnutzer. Zehn Jahre später ist das Internet ein Alltagsmedium: 57 Prozent der Frauen und 69 Prozent der Männer nahmen 2007 an der Online-Kommunikation teil - Tendenz weiterhin steigend.[1] Die heutigen Jugendlichen gelten zu Recht als Online-Generation bzw. Screenager: 95 Prozent der Mädchen und Jungen zwischen 14 und 19 Jahren bewegen sich im Cyberspace: in der virtuellen Realität. Diese jungen Onliner sind die erwachsenen Internetnutzer von morgen und die Cybersenioren bzw. Silver Surfer von übermorgen. Internetnnutzung erfolgt heute längst nicht mehr nur im Rahmen von Arbeits- oder formalen Bildungsprozessen, sondern ist vor allem Teil der selbst organisierten Pausen- und Freizeitgestaltung.[2]

Zur Person
Nicola Döring
Dr. phil. habil.; Professorin für Medienkonzeption und Medienpsychologie an der Technischen Universität Ilmenau, Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft, Ernst Abbe Zentrum für Forschung und Transfer (EAZ), Ehrenbergstr. 29, 98693 Ilmenau.
E-Mail: nicola.doering@tu-ilmenau.de
Internet: www.nicola-doering.de

Wie ist diese Entwicklung aus psychologischer Sicht zu beurteilen? Können wir durch die Nutzung des Internet unser Leben verbessern, unser Wohlbefinden und Glück steigern? Oder birgt das Internet eher Gefahren für das seelische Gleichgewicht - angefangen bei Internetsucht über sexuelle und sonstige Online-Belästigung, den Verlust der Privatsphäre bis hin zu sozialer Isolation?

Welche psychischen Folgen das Internet für die Einzelne oder den Einzelnen hat, wird nicht durch die technischen Eigenschaften oder verfügbaren Inhalte des Internet vorbestimmt. Entscheidend ist vielmehr die Art und Weise, wie eine Person das Internet nutzt (oder eben nicht nutzt) - und wie sich die Internetaktivitäten in ihren Alltag einfügen: Aus medienpsychologischer und kommunikationswissenschaftlicher Sicht sind weder Jugendliche noch Erwachsene schädlichen Wirkungen der Medien hilflos ausgeliefert oder stehen diesen passiv gegenüber. Die Nutzer versuchen vielmehr, das Internet (wie auch andere Medien) aktiv den jeweiligen Bedürfnissen und Lebensumständen anzupassen. Diese Medienaneignung erweist sich oft als nützlich, kann aber auch problematische Formen annehmen.
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18. März 2010
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Neue Medien - Internet - Kommunikation
Editorial
Raumzeitliche Struktur im Internet
Globalisierung der Medien und transkulturelle Kommunikation
Aus Vielen wird das Eins gefunden - wie Web 2.0 unsere Kommunikation verändert
Perspektiven eines alternativen Internet
Internetnutzung von Migranten - ein Weg zur Integration?
Kinder und Jugendliche zwischen Virtualität und Realität
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