|
|
 |

 |

Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 39/2008)
 |
 |
 |
 |
 |
Psychische Folgen der Internetnutzung |

 |
 |
Nicola Döring
|
 |
 |
 |
 |
Eine Nichtnutzung des Internet kann sich für den Einzelnen als ungünstig erweisen, weil er oder sie dadurch von zahlreichen Informations-, Unterhaltungs-, Kommunikations- und Transaktionsmöglichkeiten, die unsere Mediengesellschaft bietet, ausgeschlossen ist. Um einer digitalen Spaltung der Gesellschaft in Onliner und - oftmals sozial schwächere - Offliner entgegenzuwirken, sind kostenlose Internetzugänge in öffentlichen Einrichtungen und zielgruppengerechte Internetkurse sinnvoll. Um zum Ausdruck zu bringen, dass sich die Umgangsweisen mit dem Internet in verschiedenen Bevölkerungsgruppen deutlich unterscheiden, wird innerhalb der Gruppe der Onlinerinnen und Onliner von digitalen Ungleichheiten gesprochen. Im Vorteil sind beispielsweise Personen, die im Internet ganz gezielt nach Informationen suchen, und diese hinsichtlich ihrer Qualität und Glaubwürdigkeit kritisch bewerten können. In besonderer Weise profitieren vom Internet auch diejenigen, denen ein breites Spektrum an Online-Diensten mit ihren jeweiligen Funktionen, Chancen und Risiken bekannt ist, sowie jene, welche die notwendigen Fertigkeiten mitbringen, um durch eigene Beiträge aktiv an der Netzkommunikation teilnehmen zu können. Die aufgeführten medienspezifischen Fähigkeiten werden zusammenfassend als Internetkompetenz bezeichnet.
Digitale Ungleichheiten können soziale Benachteiligungen verstärken, etwa wenn bildungsferne Jugendliche nicht ausreichend darüber informiert sind, wie sie auch im Internet Praktikumsplätze finden oder Online-Bewerbungen gestalten können. Mit dem Ziel, digitalen Ungleichheiten entgegenzuwirken, sollte der Erwerb von Internetkompetenz nicht allein von kindlichen Selbstversuchen und Hilfen in Elternhaus und Freundeskreis abhängen, sondern in den allgemeinbildenden Schulen systematisch gefördert werden. Leider stellt Deutschland hinsichtlich der schulischen Vermittlung von Computer- und Internetkompetenz laut PISA-Studie 2006 im Ländervergleich bislang das Schlusslicht dar: Weniger als ein Drittel der Schülerinnen und Schüler in Deutschland (31 Prozent) werden regelmäßig in der Schule in Computernutzung unterrichtet. In Österreich sind es dagegen fast drei Viertel (73 Prozent); der OECD-Durchschnitt liegt bei 56 Prozent.
Sich mit dem Internet "gut auszukennen", reicht indessen nicht aus, um zu einer psychisch unschädlichen Gebrauchsweise zu finden. Darüber hinaus sollten die Nutzer über lebenspraktische Kenntnisse verfügen. Die so genannte Positive Psychologie beschäftigt sich mit menschlichen Stärken, mit Sinn und Glück im Leben, um empirisch fundierte Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität zu entwickeln. In diesem Beitrag werden im Sinne einer Positiven Internetpsychologie drei Lebensbereiche herausgegriffen, die gemäß der Glücksforschung besonders wichtig für die Lebenszufriedenheit sind: Gesundheit, Identität und soziale Beziehungen. |
 |
 |
|
 |
10. Februar 2012
 |
 |
 |
Arbeitsmaterialien Medien |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Medienpädagogik "Wissensgesellschaft"
Wir leben in einer "Informations-" und "Wissensgesellschaft" – aber was bedeutet das konkret? Die multimediale Publikation erschließt die Folgen der neuen Medien für Politik, Wirtschaft und Alltag. |
 |
|
 |
 |
 |
|
 |
 |
|