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Informationen zur politischen Bildung (Heft 284)
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Prinzipien republikanischen Denkens |

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Hans Vorländer
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Mittelalterliche Stadtrepubliken |
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So verhielt es sich in Mittelalter und früher Neuzeit auch in den Stadtrepubliken Italiens, die an die römische Tradition anknüpften. In Oberitalien hatte sich bis zum Ende des 12. Jahrhunderts eine Reihe von Städten, darunter Arezzo, Florenz, Genua, Mailand, Padua, Pisa und Siena, eine Eigenständigkeit im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und gegenüber den Machtansprüchen des Papstes gesichert.
Während diese Städte nach außen Autonomie besaßen und diese auch gegen Übergriffe zu sichern suchten, beruhten sie im Innern auf Selbstregierung. Selbstregierung hieß nun nicht, dass, wie in Athen, alle Bürger die Gesetze gaben, sie ausführten und über ihre Einhaltung wachten. Es etablierte sich ein politisches System, in dem Räte, bestehend aus den angesehensten Bürgern und Amtsträgern, die vollziehende und rechtsprechende Gewalt ausübten, wohingegen die einfachen Bürger lediglich Wahl- und Zustimmungsrechte besaßen.
In gleicher Weise wurden auch die freien Land- und Reichsstädte Deutschlands, die Niederlande, Brabant und Flandern sowie die Schweizer Eidgenossenschaft und ihre Kantone regiert. Innerhalb der Stadt galt die Freiheit der Person, Bürger waren gegen willkürliche Verhaftung geschützt. Stadtbürger konnten über ihren Besitz verfügen. Die Stadtregierung aus nur wenigen Bürgern war darauf verpflichtet, das Gemeinwohl zu fördern und im Konsens mit allen Bürgern zu regieren, "der Stadt ewigen Frieden und reine Gerechtigkeit zu bewahren", wie es beispielsweise die Verfassung von Siena 1309 formulierte.
Das republikanische Denken überdauerte die Konflikte und den Niedergang der italienischen Stadtrepubliken, der im fünfzehnten Jahrhundert einsetzte. Es erhielt sich die Überzeugung, dass eine gerechte und gute politische Ordnung der Tugend der Regierenden, des Konsenses der Bürger und der Achtung des Gemeinwohls bedarf, um auf Dauer friedlich und stabil zu bleiben.
Diese Tradition des so genannten bürgerschaftlichen Republikanismus, die sich auch in der englischen und schottischen Tradition seit dem 17. Jahrhundert findet, blieb für das demokratische Denken der nachfolgenden Jahrhunderte und für die Begründung der modernen Demokratie nachhaltig wirksam und stellt auch heute noch für die Renaissance des Gedankens von der Bürgergesellschaft einen bedeutenden historischen Bezugspunkt dar. |
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10. Februar 2012
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Schriftenreihe |
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Die geglückte Demokratie
Diktatur, Nationalsozialismus und zwei Weltkriege: Konnten die Deutschen nach 1945 die Demokratie erlernen? Die Zweifel waren groß. Heute ist Deutschland eine der stabilsten Demokratien der Welt. |
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