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Globalisierung der Medien und transkulturelle Kommunikation


19.9.2008
Die Etablierung digitaler Medien im Kontext der Globalisierung der Medien macht transkulturelle Kommunikation möglich. Am Beispiel der europäischen Öffentlichkeitwerden die hier liegenden Herausforderungen verdeutlicht.

Einleitung



Im Jahr 1977 veröffentlichte der britische Soziologe Jeremy Tunstall das Buch "The Media are American". Während in Europa viele technische und kulturelle Innovationen im Bereich der Massenmedien stattfanden, wurden diese in den USA erfolgreich industrialisiert - war das Hauptargument des Autors. Rund 30 Jahre später, nämlich 2008, erschien nun Tunstalls Buch "The Media were American". Die Kernthese dieses Buchs lautet, dass sich seit den 1980er Jahren so viel im Hinblick auf Medien in ihrem globalen Kontext geändert hat, dass das Argument, die Medien seien amerikanisch, nicht mehr aufrecht erhalten werden kann. So hat man eine Zunahme kulturübergreifender Kommunikation - kurz: transkultureller Kommunikation[1] -, jedoch wird diese nicht einfach von den USA aus dominiert, sondern es bestehen hier wesentlich komplexere Kommunikationsbeziehungen.




In der Fernsehserienproduktion haben beispielsweise Lateinamerika (durch die dortigen Telenovelas) oder Europa (mit seinen Fernsehformaten wie Big Brother oder Who wants to be a Millionaire) bzw. Indien (mit seiner Filmproduktion) gegenwärtig international einen größeren Stellenwert als amerikanische Produkte in diesen Ländern. Eine besondere Rolle spricht Jeremy Tunstall allerdings digitalen Medien (WWW, E-Mail, Mobiltelefon etc.) zu, wenn er formuliert: "Telecommunications (not mass media) has the most global potential - since the Internet, consumer credit, and plain old phone calls use telecommunications networks."[2]


Fußnoten

1.
Zur weiterführenden Lektüre empfohlen: Andreas Hepp, Transkulturelle Kommunikation. Konstanz 2006 (UVK /UTB). Informationen zu den erwähnten Projekten unter: http://www.imki.uni-bremen.de
2.
Vgl. Jeremy Tunstall, The Media Were American: U.S. Mass Media in Decline, New York 2007.