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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 38/2009)

Neue Qualität des Parteienwettbewerbs im "Superwahljahr"


Karl-Rudolf Korte
Inhalt

Einleitung

Koalitions-Lotterie: Neue Formeln zur Macht

Weichgespülte Lager: Lähmungswirkungen der Großen Koalition

Mobilisierungs-Paradoxien: Widersprüchliche Signale

Postmoderne Regierungsbildung: Europäische Formate

Ratlose Ruhe: Sicherheitskonservatismus

Einleitung
Welche Besonderheiten existieren für Wähler und Mobilisierer unmittelbar vor der Bundestagswahl 2009? Was charakterisiert die neue Qualität des Parteienwettbewerbs in Deutschland? Die Bundestagswahl von 2005 hatte die Qualität von critical elections: Es wird nie mehr so, wie es vorher einmal war.[1] Seitdem existiert ein asymmetrisches, changierendes Fünfparteiensystem mit neuer Qualität und mit weitreichenden Konsequenzen sowohl für die Regierungsbildung im Bund als auch in den westdeutschen Ländern.[2] Jenseits der Großen Koalition sind entlang der tradierten parteipolitischen Lager keine Bündnisse mehr kalkulierbar mehrheitsfähig.

Zur Person
Karl-Rudolf Korte
Dr. rer. pol. habil., Dr. phil, geb. 1958; Professor für Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen und Direktor der NRW School of Governance, Lotharstraße 53, 47057 Duisburg.
E-Mail: krkorte@uni-duisburg-essen.de

Erschwert wird die Unübersichtlichkeit dadurch, dass das Potenzial der SPD als Multikoalitionspartei eingefroren ist. Zumindest bis zur nächsten Bundestagswahl wird die Tabuisierung der Linken auf Bundesebene gepflegt. Vielparteienparlamente können zwar noch zu Zweierkoalitionen führen, aber weniger verlässlich als zu früheren Zeiten. Sogenannte Lager- oder Traditionskoalitionen werden durch neue Varianten zur Regierungsbildung ersetzt, etwa durch lagerübergreifende Zusammensetzungen (z.B. Schwarz-Grün), neue Regierungs- bzw. Koalitionstypen (z.B. Große Koalitionen, Dreier-Bündnisse) oder neue Regierungsformate (z.B. Minderheitsregierungen).[3]
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09. Februar 2012
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Inhalt
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Parlamentarismus
Editorial
Neue Qualität des Parteienwettbewerbs im "Superwahljahr"
Große Koalition: Durchregiert oder im institutionellen Dickicht verheddert?
Vom Mythos der politischen Mitte
Vertrauen, Verantwortung und die Würde des Kompromisses
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