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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 21-22/2003)
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Bildungsarmut |

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Jutta Allmendinger / Stephan Leibfried
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I. Bildung und Sozialpolitik |
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Ungleichgewichte von Bildung führen zu massiven gesellschaftlichen Verwerfungen wie Analphabetismus (bei manchen) und Ausschluss (für nicht wenige) von normalen Integrationsformen wie Hauptschule und dualem System. Diese Defizite im Generationenverband hinterlassen Spuren und werden vergleichsweise leicht weitergegeben. Die besondere politische Herausforderung liegt daher darin, die Verteilung von Humankapital im Sinne von Bildung in eine laufende Sozialberichterstattung zu integrieren. Dieser muss sich Politik heute stellen, weil die Fortentwicklung von Humankapital und seine gleichgewichtige Verteilung für die Integrationsfähigkeit der deutschen Gesellschaft im europäischen Verbund ausschlaggebend sind. Zudem geht es hier auch um soziales, politisches Kapital, auf dem in einer Demokratie das Staatswesen aufbaut.
Im Rahmen der europäischen Integration werden Bildung und Soziale Sicherung als "Sozialpolitik" betrachtet und nicht - wie in der Bundesrepublik - in getrennten Ressorts gegeneinander abgeschottet. Für beide Bereiche werden die zentralen Verteilungsfragen gleichermaßen und integriert aufgeworfen. So können Verteilungs- und Lebenslagen präventiv beeinflusst und gegebenenfalls gestaltet werden.
Die unterschiedlichen Perspektiven nationaler Sozialpolitik zeigt M.G. Schmidt: Vergangenheitslastige Sozialpolitikaufgaben werden mit zukunftsgerichteten Bildungs- und Forschungsaufgaben anhand der Staatsausgaben verglichen. Dabei ergeben sich zwei Marschrichtungen: In den angelsächsischen Ländern wird, verglichen mit Deutschland, mehr in Bildung als in Sozialpolitik inves-tiert. In Skandinavien wird auf gleichem, wenn nicht höherem Niveau in klassische Sozialpolitik investiert, aber ebenso in Bildungspolitik. Wir verharren bewegungslos zwischen diesen Ländern: Wir tätigen anhaltend niedrige Investitionen in die Bildungs- und immer höhere in die Sozialpolitik. |
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13. März 2010
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