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Im Salon des Münchener Verlegerehepaares Hugo und Elsa Bruckmann versammelten sich ab 1898 große Geister aus der Kundt, Literatur und Musik sowie Gelehrte der damaligen Zeit. Die prominentesten unter ihnen waren Thomas Mann, Stefan George, Walther Rathenau oder Houston Stewart Chamberlain. Sie begriffen sich als Avantgarde zur kulturellen Erneuerung Deutschlands. Was diese scheinbar unpolitische Opposition einte, war ihr Unbehagen gegenüber der Moderne.
Wolfgang Martynkewicz entwirft ein Bild des Milieus, in dem der Salon entstand, und analysiert die zahlreichen Diskurse, die bis 1914 dort eine Rolle spielten. Anschaulich und gründlich zeichnet er nach, wie sich die politischen Orientierungen angesichts des Ersten Weltkrieges und des gesellschaftlichen Ausnahmezustands in der Weimarer Republik wandelten und radikalisierten. Dieser Wandel gipfelte darin, dass sich von 1924 an auch Adolf Hitler zu den Gästen zählen durfte. Damit wurde der Salon zum Schauplatz, an dem das eigentlich Unvereinbare zusammenkam: eine hochgeistige und kunstsinnige Elite und die radikale Rechte. Geist und Macht waren zu Komplizen geworden.
Autor: Wolfgang Martynkewicz, Seiten: 616, Erscheinungsdatum: 19.12.2011, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 1181


