Inhalt
Der Begriff "Kriegsverrat" bezeichnete bis 1945 einen Landesverrat durch Angehörige der Wehrmacht während des Krieges. Diese unpräzise Definition gab der NS-Militärjustiz einen Spielraum, innerhalb dessen man die unterschiedlichsten Erscheinungsformen von abweichendem und widerständigem Handeln mit der Höchststrafe verfolgen konnte: der Todesstrafe.
Das Buch dokumentiert und kommentiert Anklageschriften und Urteile gegen "Kriegsverräter" und belegt, dass es sich bei diesen meist um "kleine Leute" in Uniform handelte, die Widerstand zu leisten versuchten oder durch oppositionelles Verhalten auffielen. Oft reichte es, Kommunist, Pazifist, Helfer von Kriegsgefangenen oder Judenretter zu sein, um zum Tode verurteilt zu werden. Das Delikt "Kriegsverrat" entstand vielfach erst in den Köpfen der Kriegsrichter, die aus widerständigen Handlungen eine Begünstigung des Feindes konstruierten.
Herausgeber: Wolfram Wette/Detlef Vogel, Seiten: 507, Erscheinungsdatum: 13.03.2008, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 1685


