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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 9/2010)

Zwischen Konfrontation und Evolution: Parteien in Palästina


Michael Bröning / Henrik Meyer
Inhalt

Einleitung

Traditionell stark: Die Fatah

Nach 20 Jahren: Der 6. Generalkongress

Siegeszug der Hamas

Was will die Hamas?

Wer führt die Hamas?

Ungewiss: Versöhnung zwischen Fatah und Hamas

Auf der Suche nach Alternativen

Einleitung
Unter den Bedingungen der anhaltenden Quasi-Staatlichkeit in den Palästinensischen Gebieten kommt politischen Parteien für gesellschaftliche und diplomatische Prozesse eine Schlüsselrolle zu. In Abwesenheit funktionaler staatlicher Institutionen stellen diese eine der wenigen Möglichkeiten dar, politische Partizipation institutionalisiert sicherzustellen. Palästina ist angesichts der seit dem Jahr 2007 bestehenden Spaltung in Fatah-kontrollierte Westbank und Hamas-kontrollierten Gazastreifen grundsätzlich von einem bipolaren System geprägt.

Zur Person
Michael Bröning
Dr. rer. pol., geb. 1976; Vertreter der Friedrich-Ebert-Stiftung in den Palästinensischen Gebieten; P.O. Box 25126, Ost-Jerusalem 91251.
E-Mail: info@fespal.org

Die dominierende Position beider Bewegungen zeigte sich deutlich bei den jüngsten Wahlen zum Palästinensischen Legislativrat (PLC) im Jahr 2006. Hier konnten Fatah und Hamas insgesamt 119 von 132 Sitzen auf sich vereinen. Die Hamas gewann mit 74 Sitzen eine Mehrheit. Die Bedeutung der beiden Bewegungen wird auch in aktuellen Meinungsumfragen bestätigt, die von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegeben wurden: Diesen zufolge liegt die Zustimmung zur Fatah derzeit bei rund 35 %, während die Hamas rund 18 % der Stimmen auf sich vereinen kann. Keine andere Bewegung erfährt Unterstützung von mehr als 3,7 % der Wahlbevölkerung.

Zur Person
Henrik Meyer
M.A., geb. 1982; wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Ost-Jerusalem (s.o.).

Eine Analyse der Parteienlandschaft in den Palästinensischen Gebieten sollte sich daher zunächst auf die beiden Bewegungen Fatah und Hamas konzentrieren. Dabei ist schon eingangs darauf hinzuweisen, dass weder Fatah noch Hamas eindeutig als politische Parteien oder als politische Bewegungen zu verorten sind. Beide befinden sich in einem Wandlungsprozess und weisen sowohl Bewegungs- als auch Parteicharakteristika auf.
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10. Februar 2012
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Editorial
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Einsatz ohne Wirkung? Barack Obamas Nahost-Politik
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