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Informationen zur politischen Bildung (Heft 245)

Krise und Neubeginn der Ost-West-Kooperation


Manfred Görtemaker
Inhalt

Einleitung

Amerikanische Krise

Sowjetische Offensivpolitik

Konservative Kritik

Pause im Dialog

Neuansatz für Verhandlungen

Schritte zur Abrüstung

Einleitung
Bis 1975 hatte die Entspannungspolitik somit auf verschiedenen Gebieten bemerkenswerte Erfolge verbuchen können. Dies galt sowohl für den SALT-Prozeß und die Verbesserung der politischen Beziehungen zwischen den USA und der Sowjetunion (von den 105 Verträgen, die von 1933 bis 1980 zwischen beiden Ländern geschlossen wurden, kamen allein 41 zwischen Mai 1972 und Mai 1974 zustande) als auch für die Entspannung in Europa, bei der vor allem die Fortschritte in der Ost- und Deutschlandpolitik sowie die Regelung des Berlin-Problems und die KSZE hervorzuheben waren.

Die Euphorie, die Anfang der siebziger Jahre herrschte, weil man sich weiterhin gute Entwicklungsmöglichkeiten versprach, wurde jedoch bald getrübt. Ein wichtige Ursache dafür war die Tatsache, daß die USA als Folge des Vietnam-Traumas und der Watergate-Affäre in eine innen- und außenpolitische Krise gerieten, die zum Verlust der Handlungsfähigkeit der amerikanischen Regierung führte. Damit war eine wichtige Voraussetzung der Entspannungspolitik verlorengegangen.

Der Vietnam-Krieg hatte in Westeuropa und auch in den USA Widerstand gegen die amerikanische Politik der weltweiten Einmischung geweckt, deren Praxis offensichtlich im Widerspruch zu den Idealen der Verteidigung von Demokratie, Freiheit und Menschenrechten stand. Die Umstände des Rückzugs der USA aus Vietnam, der sich zunächst jahrelang hinzog und schließlich im April 1975 in einer ungeordneten, überstürzten Flucht endete, bedeuteten einen zusätzlichen Prestigeverlust der USA. Es gab keine koordinierte Machtübergabe, die das Gesicht hätte wahren helfen, sondern eine militärische Niederlage und unausgesprochene Kapitulation. Diese Erfahrungen bereiteten in den USA den Boden für eine Rückkehr zu Isolationismus und Neokonservativismus.
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10. Februar 2012
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Inhalt
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Internationale Beziehungen I
Zu diesem Heft
Der Beginn der Bipolarität
Ursachen und Entstehung des Kalten Krieges
Zwang zur Koexistenz in den fünfziger Jahren
Vom Kalten Krieg zur Ära der Entspannung
Entspannung und Neue Ostpolitik 1969-1975
Krise und Neubeginn der Ost-West-Kooperation
Die demokratische Revolution in Osteuropa
Herausforderungen im 21. Jahrhundert
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