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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 52/2008)

Die populäre Religion und die Transformation der Gesellschaft


Hubert Knoblauch
Inhalt

Einleitung

Veränderungen der Religion

Die Popularisierung und die Spiritualisierung der Religion

Die Transformation der Religion und die Transformation der Gesellschaft

Einleitung
Der Titel "populäre Religion" trägt eine Doppeldeutigkeit, die durchaus beabsichtigt ist. "Popularität" weist einmal auf die öffentliche Beliebtheit der Religion hin. "Beliebtheit" ist zwar schwer zu messen, es ist aber kaum zu übersehen, dass die Religion in jüngerer Zeit auf ein rasant gestiegenes Interesse stößt. Allerdings bewegt sich dieses Interesse keineswegs in den herkömmlichen Bahnen der kirchlichen Religiosität. Auch wenn man die Kirchen als bedeutendste Trägerinnen der Religion nicht kleinreden sollte, so richtet sich doch das gewachsene Interesse viel stärker auf diejenigen Aspekte der Religion, die eher am Rande, ja außerhalb der etablierten Großkirchen liegen.

Zur Person
Hubert Knoblauch
Dr. rer. soc., geb. 1959; Professor für Allgemeine Soziologie an der Technischen Universität Berlin, Institut für Soziologie, Franklinstr. 28/29; Technische Universität Berlin, 10587 Berlin.
E-Mail: Hubert.Knoblauch@tu-berlin.de
Internet: www.tu-berlin.de/

Daher ist auch keine Trendwende in der Kirchlichkeit der Bevölkerung zu beobachten. Dies gibt einen Hinweis auf den zweiten Aspekt der Popularität: Die erfolgreichen Formen der Religion sind zugleich Formen einer popularisierten Religion. Die Popularisierung bedeutet nämlich keineswegs nur eine Ergänzung der Religion, sondern deutet auf eine massive Transformation hin, die sich subjektiv in einer zunehmenden Bedeutung der Spiritualität äußert. Während ich die populäre Religion und die wachsende Spiritualität hier nur kurz skizzieren kann,[1] möchte ich einen Versuch unternehmen, die Transformation der Religion als Ergebnis der gesellschaftlichen Veränderungsprozesse zu beschreiben.
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10. Februar 2012
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