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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 19/2004)
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Väterlichkeit, Scheidung und Geschlechterkampf |

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Gerhard Amendt
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Vielleicht bietet die Politik des Gendermainstreaming den politischen Rahmen dafür, dass in Zukunft beide Geschiedenen in ihrer konfliktreichen Dynamik zur Kenntnis genommen und verstanden werden können. Unsere Forschung will dazu im Sinne des Gendermainstreaming einen Beitrag leisten. Wir haben Männer zu verstehen versucht, ohne deshalb auf den etablierten Mechanismus der Entwertung von Frauen - eben des anderen - zurückzugreifen.
Die Ergebnisse unseres Forschungsprojektes widerlegen jenen etablierten, alltäglich anzutreffenden Mythos, dem zufolge Männer nicht über Gefühle reden. Was allgemein als männliche Wesensbestimmung gilt, entpuppte sich als situationsbedingtes Schweigen. Wer das Beschämende und Ungewisse im Leben von geschiedenen Männern anerkennt, ohne mit Stärke darauf zu reagieren, trifft auf Beredsamkeit und detaillierte Mitteilungen. Solange aber Frauen den Mythos vom starken Mann nicht so ohne weiteres und nicht ohne neue Sicherheiten aufgeben wollen, bleibt es bei der paradoxen Rhetorik, dass Männer zwar Gefühle zeigen sollen, dies aber dem Suchbild vom starken Mann keinen Abbruch tun darf. Wer starke Männer wünscht, damit sich Frauen als Opfer fühlen können und dürfen, wird unduldsam gegenüber ernsthaft schwachen Männern sein. Gefühle bringen immer zwei Seiten einer Person zum Ausdruck. Einen Mann, der die Macht seiner Schwächen kennt, als Täter zu bezeichnen hat etwas Komisches, dem keiner mehr Glauben schenkt. Wer von Schwächen redet, enttäuscht diejenigen, die Stärke von ihm erwarten! Und der vermeintlich schlechte Scheidungsvater ist ebenfalls ein starker Mann: Er scheint das Schicksal der Exfrau oder Expartnerin weiterhin zu beherrschen!
Internetverweise des AutorsAktuelle Auseinandersetzungen:
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10. Februar 2012
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