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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 24/2002)
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Funktionen militärischer Konfliktregelung durch die NATO |

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August Pradetto
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| Unter Funktion versteht man die Aufgabe bzw. den Zweck, der einem bestimmten Sachverhalt oder einer bestimmten Handlung zugemessen wird. Funktion ist demnach eine intentionale Kategorie. Ihre Bewertung steht allerdings im Zusammenhang mit den objektiven Auswirkungen und Ergebnissen, die erzielt werden. Anders formuliert: Bei der Funktion handelt es sich um die Zuordnung einer abhängigen Größe in einem Koordinatensystem, das selbst von dieser abhängigen Größe beeinflusst und solcherart spezifisch ausgeformt wird. Die abhängige Größe ist im hier verhandelten Fall die militärische Konfliktregelung; das Koordinatensystem besteht, erstens, in der postkommunistischen und postbipolaren "Unordnung", die vor allem geprägt ist von Transformations- und Nation-building-Prozessen im östlichen Teil Europas sowie daraus entstehenden destabilisierenden Auswirkungen; und, zweitens, im Versuch westlichen Krisenmanagements, sowohl die destabilisierenden Auswirkungen zu minimieren wie längerfristige Ordnungsvorstellungen bei der Um- und Neugestaltung Europas umzusetzen.
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Zur Person |
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August Pradetto Dr. phil., geb. 1949; Professor für Politikwissenschaft am Institut für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr Hamburg.
Anschrift: Universität der Bundeswehr Hamburg, 22043 Hamburg.
E-Mail: august.pradetto@unibw-hamburg.de
Veröffentlichungen u. a.: Ostmitteleuropa, Russland und die Osterweiterung der NATO. Perzeptionen und Strategien im Spannungsfeld nationaler und europäischer Sicherheit, Opaden 1997; Die Debatte über die Kosten der NATO-Osterweiterung, Baden-Baden 1998; Eliten in postkommunistischen Ländern: Die neue Generation von Präsidenten. Studien zur Internationalen Politik, Hamburg 2000.
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Die folgenden Überlegungen konzentrieren sich auf die Funktion militärischer Konfliktregelung in Ex-Jugoslawien. Doch sollen auch zumindest einige Aspekte der partiell intendierten, partiell nicht beabsichtigten Auswirkungen militärischer Konfliktregelung auf jenen Akteur angesprochen werden, der den Hauptanteil der militärischen Konfliktregelung in Ex-Jugoslawien trägt: die NATO.
Eingangs werden die derzeitigen Optionen militärischer Konfliktregelung durch die NATO, wie sie in ihrem neuen strategischen Konzept von 1999 formuliert sind, dargelegt.
Sie bilden aber nur die sicherheitspolitischen Schlussfolgerungen, die das Bündnis aus einer ganzen Reihe von Konflikten zog, die in den neunziger Jahren virulent wurden. Der Hauptteil der folgenden Reflexionen beschäftigt sich mit dem politischen und zeithistorischen Hintergrund der Politik militärischer Konfliktregelung wie auch mit ihrer Anwendung durch die NATO in Ex-Jugoslawien in den neunziger Jahren sowie mit der Frage nach vorrangigen Bereichen und Zielen militärischer Konfliktregelung. |
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10. Februar 2012
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