Betriebliche Sicht- und Verhaltensweisen gegenüber älteren Arbeitnehmern
Die Kommission fordert die Mitgliedstaaten dazu auf, eine Politik zur Förderung des aktiven Alterns zu erarbeiten. Gleichfalls sollen Maßnahmen beschlossen werden, welche die Arbeitsfähigkeit erhalten.Einleitung
"Die Mitgliedstaaten sollten eine Politik zur Förderung des aktiven Alterns erarbeiten, indem sie Maßnahmen beschließen, die darauf abzielen, Arbeitsfähigkeit und Qualifikationen älterer Arbeitskräfte zu erhalten, flexible Arbeitsmodelle einzuführen und Arbeitgeber für das Potenzial älterer Arbeitnehmer zu sensibilisieren."[1] Mit dieser Empfehlung konkretisiert die Kommission die vom Europäischen Rat in Lissabon und Stockholm gesetzten Ziele. In den erwähnten Ratsbeschlüssen wurde als Ziel u. a. formuliert, die Beschäftigungsquote der 55- bis 64-Jährigen bis 2010 auf 50 Prozent zu erhöhen. Diese lag 2001 in Deutschland bei lediglich 37,7 Prozent, wie z. B. schon 1995, während der Wert im EU-Durchschnitt mit 38,5 Prozent im Jahr 2001 doch etwas höher war als 1995 mit 35,9 Prozent.[2]
Auch wenn die Beschäftigungsquote Älterer in Deutschland damit recht nahe beim EU-Durchschnitt liegt, kann diese Situation kaum zufrieden stellen, weil
- erstens in den letzten Jahren Deutschland bei den Beschäftigungsquoten Älterer keine wesentlichen Fortschritte in Richtung der Zielvorgaben verzeichnen kann;
- zweitens die Erhöhung der Beschäftigungsquote Älterer auch national eine explizite Zielstellung ist - etwa seitens der Nationalen Beschäftigungspolitischen Aktionspläne. Für Deutschland kommt hinzu, dass eine frühzeitige Verrentung der Älteren bzw. eine hohe Arbeitslosigkeit Älterer volkswirtschaftlich eine große Verschwendung darstellt, da der Anteil an mit hohem Bildungsaufwand besser Ausgebildeten unter den Älteren im internationalen Vergleich überproportional hoch ist;[3]
- drittens, und wohl am wichtigsten, der demographische Wandel dazu führt, dass angesichts der Alterung und langfristig zu erwartenden Schrumpfung des Erwerbspersonenpotenzials die Beschäftigungsquote Älterer längerfristig in jedem Fall steigen muss. Allerdings ist hierbei zwischen verschiedenen Zeithorizonten zu unterscheiden (und es dauert, bis entsprechende Maßnahmen greifen).
Fußnoten
- Kommission der Europäischen Gemeinschaften, Beurteilung der Umsetzung der Beschäftigungspolitischen Leitlinien 2001, SEK (2001) 1998, Brüssel 2001, S. 56.
- Vgl. European Commission, Employment in Europe 2002. Recent Trends and Prospects, Brüssel 2002, S. 173.
- Vgl. Edelgard Bulmahn, Deutschlands Innovationsmotor läuft so rund wie schon lange nicht mehr, BMBF-Pressemitteilung, 23/2001.

