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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 12/2005)

Standards für die politische Bildung


Georg Weißeno
Inhalt

Einleitung

Entwicklung von Standards für die politische Bildung

Philosophie der politischen Bildung

Das Kompetenzmodell der GPJE

Politische Urteilsfähigkeit

Politische Handlungsfähigkeit und methodische Fähigkeiten

Schlussfolgerungen

Entwicklung von Standards für die politische Bildung
Der Begriff Bildungsstandard wird weder national noch international einheitlich benutzt. So erarbeiten Bundesländer in Fortführung ihrer bisherigen Lehrpläne bzw. Richtlinien neue "Bildungsstandards" für die einzelnen Fächer. Gleichzeitig werden von der KMK "nationale Bildungsstandards" beschlossen. In der wissenschaftlichen Diskussion haben Eckhard Klieme u.a. folgende Begriffsverwendung vorgeschlagen: "Bildungsstandards formulieren Anforderungen an das Lehren und Lernen in der Schule. (...) Bildungsstandards (...) greifen allgemeine Bildungsziele auf. Sie benennen die Kompetenzen, welche die Schule ihren Schülerinnen und Schülern vermitteln muss, damit zentrale Bildungsziele erreicht werden. Die Bildungsstandards legen fest, welche Kompetenzen die Kinder oder Jugendlichen bis zu einer bestimmen Jahrgangsstufe erworben haben sollen. Die Kompetenzen werden so konkret beschrieben, dass sie in Aufgabenstellungen umgesetzt und prinzipiell mit Hilfe von Testverfahren erfasst werden können."[10]

Bildungsstandards sind in ihren normativen Vorgaben demnach am Output orientiert. Ihr Fokus ist darüber hinaus auf den Aufbau fächerübergreifender und fach- bzw. domänenspezifischer Kompetenzen gerichtet. Dadurch können unterschiedliche Erwartungsniveaus formuliert werden (Mindest-, Regel- und Idealstandards). Die KMK lässt durch Regelstandards das durchschnittliche Leistungsniveau festlegen. Da die Bildungsstandards auf Schulfächer bezogen sind, kommt insbesondere den Fachdidaktiken eine wichtige Rolle bei der Ausarbeitung, Operationalisierung und Implementation zu.

Die Entwicklung von Bildungsstandards steht vor dem prinzipiellen Dilemma, ein fachlich fundiertes Lernen gewährleisten und zugleich die Bedingungen des realen Unterrichts berücksichtigen zu sollen. Gute Bildungsstandards müssen realisierbar sein und die Rahmenbedingungen sowie individuellen Interessen in Rechnung stellen. Nach Kristina Reiss ist die Einbindung der Standards "in die Praxis allerdings noch nicht bzw. nicht hinreichend untersucht worden".[11] Psychometrische Kompetenzmodelle, die für die Domäne Politik verschiedene Stufen oder Niveaus der Leistung unterscheiden, fehlen bisher.[12] Ihre Entwicklung befindet sich in den Anfängen.[13] Festzuhalten aber ist, dass sich die deutsche Standarddiskussion vom Modell der performance standards leiten lässt,[14] für das ein Gefüge von domänenspezifischen Anforderungen, die von der Schülerschaft bewältigt werden müssen, zu beschreiben ist. Diese Komponenten einer domänenspezifischen Kompetenz sind wissenschaftliche Konstrukte, die für die Testverfahren benötigt werden.

Betrachtet man den GPJE-Entwurf der Bildungsstandards für die politische Bildung aus lern- und testpsychologischem Blickwinkel, so wird deutlich, dass die 2003 gefundenen Formulierungen diesen Ansprüchen noch nicht in allen Punkten entsprechen. Die Standards müssen in diese Richtung weiterentwickelt werden. Dies geschieht inzwischen durch die Fachdiskussionen in Zeitschriften und auf Tagungen.[15] Der Prozess ist nicht überraschend, da die Entwicklung nationaler Bildungsstandards für die politische Bildung als Teststandards ein Neu-Denken traditioneller Vorstellungen erfordert. Die Gliederung der GPJE-Standards folgt den zuvor von der KMK vorgelegten Bildungsstandards in anderen Fächern. Es werden erstens der Beitrag des Faches Politische Bildung zur Bildung, zweitens die Kompetenzbereiche und schließlich drittens die Standards für die Kompetenzbereiche beschrieben.[16]
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10. Februar 2012
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