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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 39/2008)
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Perspektiven eines alternativen Internet |

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Rainer Winter
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Taktische Medien und Social Software |
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Ein weiteres Beispiel, auf das ich eingehen möchte und das mit der Internetnutzung in sozialen Bewegungen verknüpft ist, ist die Konzeption der taktischen Medien, die mittels künstlerischer Praktiken und "do it yourself"-Medien Dissens artikulieren. Im Sinne Michel de Certeaus sind Taktiken von den Gelegenheiten abhängig, die sich in den durch Strategien organisierten Räumen und Zeiten auftun. Sie zeichnen sich durch Heterogenität, Erfindungsgeist, Kunstfertigkeit und das Kombinieren von Möglichkeiten aus. Der Autor schreibt: "Im Gegensatz zu den Strategien (...) bezeichne ich als Taktik ein Handeln aus Berechnung, das durch das Fehlen von etwas Eigenem bestimmt ist (...) Die Taktik hat nur den Ort des Anderen (...) Dieser Nicht-Ort ermöglicht ihr zweifellos die Mobilität - aber immer in Abhängigkeit von den Zeitumständen -, um im Fluge die Möglichkeiten zu ergreifen, die der Augenblick bietet. Sie muss wachsam die Lücken nutzen, die sich in besonderen Situationen der Überwachung durch die Macht der Eigentümer auftun. Sie wildert darin und sorgt für Überraschungen".
Anders als politische Aktionen haben Taktiken deshalb nicht unbedingt eine Zukunftsorientierung oder einen klar identifizierbaren Gegner. So sind sie auch nicht in der kollektiven Identität einer sozialen Bewegung verankert. Eher stellen sie im Sinne Michel Foucaults Widerstandspunkte im Feld der Machtbeziehungen dar. Taktische Medien (TM) bringen sozial konstruierte Räume hervor, in denen mittels kommunikativer Ressourcen, einem Austausch von Ideen und imaginativer Kräfte zumindest temporär widerständige Diskurse und Subjektivitäten entfaltet werden. Sie lassen sich auch als Kontaktzonen begreifen, wie Alessandra Renzi zeigt. So kann das Zusammentreffen von Künstlern und Aktivisten auf einer Mailingliste zu neuen TM-Projekten führen. Geert Lovink stellt fest: "Taktische Medien sind niemals perfekt, immer im Entstehen begriffen, performativ und pragmatisch, involviert in einem ständigen Prozess, die Voraussetzungen der Kanäle, mit denen sie arbeiten, zu hinterfragen."
In diesem Zusammenhang ist auch auf die Temporary Media Labs hinzuweisen, die bei Kunstausstellungen wie der Documenta, aber auch in anderen Bereichen eingerichtet werden, um transnationale Kooperationen zu initiieren und zu fördern sowie zu einer medialen Ermächtigung der Nutzer und Nutzerinnen beizutragen. Sie schaffen einen Raum für Experimente und Aushandlungen. Darüber hinaus ermöglichen taktische Medien die Ausbildung neuer Subjektivitäten und neuer Formen der Kritik, wie die Arbeit des Critical Art Ensemble zum elektronischen Widerstand veranschaulicht. So inszenieren sie beispielsweise einen elektronischen zivilen Ungehorsam oder zelebrieren die utopischen Möglichkeiten des Plagiats im Zeitalter des Internet. |
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10. Februar 2012
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Arbeitsmaterialien Medien |
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Medienpädagogik "Wissensgesellschaft"
Wir leben in einer "Informations-" und "Wissensgesellschaft" – aber was bedeutet das konkret? Die multimediale Publikation erschließt die Folgen der neuen Medien für Politik, Wirtschaft und Alltag. |
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