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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 39/2008)

Perspektiven eines alternativen Internet


Rainer Winter
Inhalt

Einleitung

Cultural Studies und alternative Medien

Globalisierung und neue soziale Bewegungen

Taktische Medien und Social Software

Internet und Fangemeinschaften

Schlussfolgerungen

Schlussfolgerungen
Das Internet erlaubt die Artikulation unterschiedlicher alternativer Stimmen, Positionen und Perspektiven. Es können marginalisierte und minoritäre Individuen und Gruppen sein, aber auch soziale Bewegungen, die für einen neuen demokratischen Raum kämpfen, oder ästhetische Gemeinschaften wie Fans. Das Beispiel der TM-Praktiken zeigt, dass auch neue Möglichkeiten für Akteure entstehen, sich Freiheitsräume zu erkämpfen und traditionelle Vorstellungen von Copyright und Kreativität in Frage zu stellen, indem sie für ein "digital commons", für eine "freie Kultur",[34] kämpfen, die vor Staat und Wirtschaft geschützt werden muss. Es ist deutlich geworden, dass es im Internet kreative Widerstandspraktiken im Sinne der Cultural Studies gibt. Deren Ausgangspunkte, Perspektiven und Ziele sind in der Regel aber nicht auf das Internet beschränkt.

Es scheint deshalb gerade aus soziologischer Sicht problematisch zu sein, nur den Bereich des Virtuellen zu betonen und von einer Online-Vergemeinschaftung oder von einer Online-Vergesellschaftung zu sprechen.[35] Die alternativen Praktiken im Kontext des Internet veranschaulichen auch, dass das Internet unterschiedlich und komplex gebraucht werden kann. Es gibt nicht das Internet, sondern unterschiedliche Artikulationsweisen, die ihren Ursprung offline haben.

Die Zukunft wird zeigen, ob sich neben bereits bestehenden Gegenöffentlichkeiten eine funktionsfähige transnationale Öffentlichkeit herausbildet, an der alle Individuen und Gruppen weltweit partizipieren können, und welche Rolle das Internet dabei spielen wird.[36] Kann es dazu beitragen, dass eine transnationale Öffentlichkeit entsteht, in der emanzipatorische politische Möglichkeiten entfaltet werden und die eine Gegenmacht zur neoliberal organisierten Weltwirtschaft darstellt?[37] Die Hoffnung auf demokratische und soziale Transformationen im 21. Jahrhundert bleibt eng mit den neuen digitalen Praktiken verknüpft. Im Sinne der Cultural Studies geht es darum, in der Gewöhnlichkeit des Alltagslebens, in seinen sozialen und kulturellen Praktiken, diesen Veränderungen nachzuspüren.[38]
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10. Februar 2012
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Neue Medien - Internet - Kommunikation
Editorial
Raumzeitliche Struktur im Internet
Globalisierung der Medien und transkulturelle Kommunikation
Aus Vielen wird das Eins gefunden - wie Web 2.0 unsere Kommunikation verändert
Perspektiven eines alternativen Internet
Internetnutzung von Migranten - ein Weg zur Integration?
Kinder und Jugendliche zwischen Virtualität und Realität
Psychische Folgen der Internetnutzung
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