Die bpbBestellenNewsletterPressePartnerImpressumKontakt

Home
   
FAQ Index
Suche

Themen
Publikationen
Arbeitsmaterialien Medien
Aus Politik und Zeitgeschichte
AV-Medienkatalog
CD-ROM/ CD/ DVD
Einzel-
publikationen
Entscheidung im Unterricht
Filmhefte
fluter
HanisauLand
Informationen zur politischen Bildung
Info aktuell
Internet-Angebote
Mobile Angebote
Karten
Pocket
Rechtsreihe
Schriftenreihe
Spicker Politik
Thema im Unterricht
Themenblätter im Unterricht
Themen und Materialien
Zeitbilder
Spiele
Sonstige
Was geht?
Suche
Veranstaltungen
Wissen
Lernen


Aus Politik und Zeitgeschichte (B 52-53/2004)

Männer als Opfer von Gewalt


Hans-Joachim Lenz
Inhalt

Gewalt und Männer

Gesundheitliche Folgen der Gewalt

Gewalt als Geschlechterfrage

Die soziale und politische Verleugnung der männlichen Verletzbarkeit

Zur Forschungslage: Männer haben alles erforscht, nur nicht sich selbst

Die Pilotstudie "Gewalt gegen Männer"

Die Notwendigkeit der gesellschaftlich-politischen Sensibilisierung für die Verletzbarkeit von Männern

Gewalt und Männer
Auf der Ebene der deutschen Kriminalstatistik[1] bildet sich seit langem ab, dass zwei von drei Tatverdächtigen Männer sind. So waren beispielsweise in der neuesten verfügbaren Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) aus dem Jahre 2003 85,5 Prozent aller Tatverdächtigen von leichten, gefährlichen und schweren Körperverletzungen Männer.[2] Weil die Gewaltbereitschaft von Männern zum Standardrepertoire der herrschenden Männlichkeitsvorstellungen gehört, erscheint männliche Gewalttätigkeit als "normal". In einer Analyse der männlichen Sozialisation arbeiten Lothar Böhnisch und Reinhard Winter[3] acht Bewältigungsprinzipien des Mannseins heraus: Externalisierung, Gewalt, Benutzung, Stummheit, Alleinsein, Körperferne, Rationalität, Kontrolle. In diesen Prinzipien drückt sich aus, dass die männliche Form der Weltaneignung auf Herrschaft und Kontrolle beruht und sich in einem verhängnisvollen patriarchalen Kulturbegriff vermittelt. In immer neuen Variationen dreht sich dieser um Unterwerfung, Aneignung, Sicherheben über ein Gegebenes oder um gewaltsame Veränderung eines Gegebenen.[4]

Zur Person
Hans-Joachim Lenz
Sozialwissenschaftler, geb. 1947; Praxis für Geschlechterforschung - Beratung - Weiterbildung.
Anschrift: Burgweg 33, 90542 Eckenhaid.
E-Mail: hj-lenz@t-online.de

Veröffentlichungen zur geschlechtsspezifischen Gewaltforschung, u. a.: Spirale der Gewalt. Jungen und Männer als Opfer von Gewalt, Berlin 1996; Männliche Opfererfahrungen. Problemlagen und Hilfeansätze in der Männerberatung, Weinheim 2000.


Dies ist alles bekannt und gilt weithin als "normal". Weniger bekannt hingegen ist, dass sich die mehrheitlich von Männern ausgeübte Gewalt auch überwiegend gegen Männer selbst richtet. Mit der Ausnahme von Sexualstraftaten[5] sind Männer als Opfer bei allen Delikten in der Überzahl. "Bei Mord und Totschlag, Raub und insbesondere bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung überwiegen männliche Opfer."[6]

Insbesondere für Jungen und junge Männer besteht ein höheres Risiko als für Mädchen und junge Frauen, Opfer von anderen Jungen oder Männern zu werden. "Die Opferziffer der männlichen 14- bis unter 18-Jährigen hat seit Mitte der achtziger Jahre um etwa das Zehnfache zugenommen, die der Mädchen um etwa das Fünffache."[7] Der Anteil ist in den Altersgruppen der 14- bis 18-jährigen und der 18- bis 21-jährigen Jungen bzw. jungen Männer am größten, wie aus der Grafik ersichtlich wird.

Auffallend an diesem Schaubild ist der Anstieg der Opferziffern bei den 14- bis 21-Jährigen im Zeitraum von 1985 bis 1999. Dies ist ein Zeichen der gesunkenen Toleranzschwelle gegenüber Gewalt und einer zunehmend bedrängten Männlichkeit. Die Erfahrung des Verletztwerdens gehört zu jedem Männerleben, insbesondere aber in und nach der Pubertät. Niederlage, Erniedrigung oder Demütigung sind tägliche Unterwerfungserfahrungen unter die Übermacht vor allem anderer Männer. Die verschiedenen Lebensbereiche, in welchen Männer vorwiegend Verletzungserfahrungen machen bzw. gemacht haben, verlaufen entlang der für ihre Entwicklung relevantenSozialisationsinstanzen wie Herkunftsfamilie, Gleichaltrigengruppe, Schule, Bundeswehr, Partnerschaft und Beruf. Deren offener Lehrplan lautet: "Männer werden systematisch dazu konditioniert, Schmerzen zu ertragen ... "[8] Sie lernen so, ihre Empfindungen von Verletzungen und das Leiden daran zu verbergen. Der Satz "Ein Indianer kennt keinen Schmerz" scheint noch immer aktuell zu sein.
Themen | Wissen | Veranstaltungen |
Publikationen | Lernen |
Die bpb | Bestellen | Newsletter | Presse | Partner |
Impressum | Datenschutz | Kontakt | Home
08. Februar 2012
Druck-Version
Artikel versenden
PDF-Version
Inhalt
Bild vergrößern
Gewalt im Geschlechterverhältnis
Editorial
Kooperation zum Schutz vor Gewalt in Ehe und Beziehungen
Männer als Opfer von Gewalt
Gewaltprävention durch Arbeit mit Minderjährigen in der Prostitution
Hintergründe des Menschenhandels in die Prostitution mit Frauen aus Osteuropa
Milliardengeschäft illegale Prostitution
Lexikonsuche
Suchwort:
Lexika:
Abonnement
Das Parlament und APuZ
Bestellen Sie hier die Wochenzeitung "Das Parlament" einschließlich der ständigen Beilage "Aus Politik und Zeitgeschichte".
Das Parlament und APuZ
Newsletter
Ja, ich möchte den Newsletter "APuZ aktuell" abonnieren und über Autor/innen und Themen der neuesten Ausgabe informiert werden.
E-Mail
Online-Angebot
Das Parlament -Themenausgabe
Das Parlament -Themenausgabe
In Abstimmung mit der Bundeszentrale für politische Bildung erscheinen die Themenausgaben der Wochenzeitung "Das Parlament". Behandelt werden Themen aus den verschiedenen Politikbereichen der parlamentarischen Ausschüsse, dem Bundesrat sowie außenpolitische Fragen.
Das Parlament -Themenausgabe
Aus Politik und Zeitgeschichte

Jahresregister 2010
(PDF-Version: 1.505 KB)

Jahresregister 2009
(PDF-Version: 294 KB)

Jahresregister 2008
(PDF-Version: 510 KB)
Sonstige
Publikationsverzeichnis
Publikationsverzeichnis
112 Seiten, über 600 Titel, zahlreiche Neuerscheinungen. Das Verzeichnis zum aktuellen Publikationsprogramm der bpb. Hier kostenlos bestellen
Publikationsverzeichnis
Zahlen und Fakten
Globalisierung
Globalisierung
Kaum ein Thema wird so intensiv und kontrovers diskutiert wie die Globalisierung. "Zahlen und Fakten" liefert aktuelle Grafiken, Texte und Tabellen zu einem der wichtigsten und vielschichtigsten Prozesse der Gegenwart.
Globalisierung
Aktuelle Ausgabe
Linkliste Internationale Sicherheitspolitik und die Folgen des Terrors
Linkliste "Internationale Sicherheitspolitik und die Folgen des Terrors"
Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe der Presseschau "Internationale Sicherheitspolitik und die Folgen des Terrors".
Linkliste Internationale Sicherheitspolitik und die Folgen des Terrors