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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 35-36/2003)

Nordkoreas Außen- und Sicherheitspolitik im Zeichen der Krisen


Patrick Köllner
Inhalt

Einleitung

Interne Rahmenbedingungen der Außen- und Sicherheitspolitik Nordkoreas

Nordkoreas verändertes Umfeld seit den neunziger Jahren

Nordkoreas Beziehungen zur VR China

Nordkoreas Beziehungen zu den USA

Nordkoreas Griff nach der Bombe: Hintergründe und möglicheReaktionen

Einleitung
Die Koreanische Demokratische Volksrepublik (kurz: KDVR oder Nordkorea) scheint das bekannte Diktum zu bestätigen, dass Totgesagte länger leben. Seit dem Zusammenbruch des Ostblocks ist dem ostasiatischen Land mehrfach der Untergang vorausgesagt worden. Bisher konnte die Führung in Pjöngjang alle derartigen Prophezeiungen Lügen strafen. Konfrontiert mit dem Verlust ehemaliger Bundesgenossen und der zentralen Leitfigur des Landes, Kim Il-sung, sowie einer schrittweise kollabierenden Wirtschaft, haben es Kim Jong-il und seine Gefolgsleute verstanden, Nordkorea durch eine militante Betteldiplomatie, internationale Hilfsappelle, kalkulierte Provokationen und Verhandlungen am Rande des Abgrunds internationale Aufmerksamkeit und Unterstützung zu garantieren und damit ihr eigenes Überleben zu sichern.[1]

Zur Person
Patrick Köllner
Dr. rer. soc., geb. 1968; wissenschaftlicher Referent am Institut für Asienkunde, Hamburg. Homepage: www.duei.de/ifa/koellner
Anschrift: Institut für Asienkunde, Rothenbaumchaussee 32, 20148 Hamburg.
E-Mail: koellner@ifa.duei.de

Veröffentlichungen zur Politik Japans und zur koreanischen Halbinsel; Herausgeber des Jahrbuchs Korea - Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Hamburg.


Pjöngjang hat dabei geschickt seine geografische Position an der Schnittstelle der Groß- und Regionalmächte-Interessen in Ostasien, sein damit verbundenes Destabilisierungspotenzial und die Furcht der Anrainerstaaten vor den Folgen eines Kollapses des Landes (Flüchtlingsströme, horrende Kosten einer Wiedervereinigung, Verschiebungen des Kräftegleichgewichts in der Region etc.) genutzt. Zugleich hat Nordkorea versucht, seine zunehmende Isolierung und wirtschaftliche Schwäche durch die Erhöhung seines Abschreckungspotenzials - auch und gerade im nuklearen Bereich - zu kompensieren. Eine Trumpfkarte ist in diesem Zusammenhang die Angst des Westens und der Nachbarstaaten vor einer militärischen Kurzschlussreaktion der Führung in Pjöngjang. Durch wiederholtes Säbelrasseln hat Nordkorea derartige Ängste in den vergangenen Jahren bewusst genährt.

Zum besseren Verständnis der Außen- und Sicherheitspolitik Nordkoreas sollen in diesem Artikel zunächst einige zentrale Rahmenbedingungen sowie das veränderte Umfeld des Landes seit den frühen neunziger Jahren erläutert werden. In einem zweiten Schritt werden die Hintergründe der nordkoreanischen Atomwaffenprogramme und mögliche Handlungsoptionen diskutiert.
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10. Februar 2012
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Asiens Zukunft
Editorial
"Asien" und seine "asiatischen Werte"
Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Japans
Das Dreiecksverhältnis zwischen den USA, der VR China und Taiwan
Nordkoreas Außen- und Sicherheitspolitik im Zeichen der Krisen
Zivilgesellschaftliche Entwicklung in Südostasien
Die "Desorganisation" der Tiger
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