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Informationen zur politischen Bildung (Heft 245)
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Zwang zur Koexistenz in den fünfziger Jahren |

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Manfred Görtemaker
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Mit Ausbruch des Korea-Krieges am 25. Juni 1950 erreichte der Ost-West-Konflikt nach der Berlin-Blockade 1948/49 einen zweiten Höhepunkt. Der Angriff der Streitkräfte des kommunistischen Nordkorea - mit sowjetischer Rückendeckung und Ermunterung - auf das von amerikanischen Truppen eben erst geräumte Südkorea war für den Westen der klassische Beweis für die Aggressivität des internationalen Kommunismus. Es zeigte dessen Absicht, überall dort expansiv vorzugehen, wo westliche Schwäche dies zuließ. Korea war deshalb eine Auseinandersetzung von beispielhafter Bedeutung. Der Westen insgesamt fühlte sich herausgefordert: Von der sowjetischen Machterweiterung im Gefolge des Zweiten Weltkrieges in Osteuropa über die kommunistische Revolution in China 1949 bis zum Korea-Krieg wurde eine gerade Linie gezogen.
Der nordkoreanische Angriff wurde sofort als Bedrohung der gesamten freien Welt aufgefaßt. Zwar hatte der amerikanische Außenminister Dean Acheson noch im Januar 1950 in einer Rede vor dem Nationalen Presseclub in Washington ausdrücklich erklärt, Korea gehöre nicht zum "amerikanischen Verteidigungsbereich", und damit möglicherweise Nordkorea und die Sowjetunion zu einer Fehlkalkulation veranlaßt. Dennoch reagierte der Westen jetzt mit weitreichenden Maßnahmen: Innerhalb weniger Tage wurden Teile der in Japan stationierten US-Streitkräfte nach Korea entsandt, um die südkoreanischen Verbände gegen die Invasion aus dem Norden zu unterstützen. Sie operierten dabei formell im Auftrag des UN-Sicherheitsrates, der zu dieser Zeit von der Sowjetunion boykottiert wurde, so daß Stalin gegen die Entscheidung des Rates, die amerikanische Intervention durch einen Beschluß der Vereinten Nationen zu legitimieren, kein Veto hatte einlegen können.
Zudem wurden die Verteidigungsausgaben der USA 1950/51 innerhalb eines Jahres von 13,5 auf 48,2 Milliarden Dollar erhöht. Die NATO, die bis zu diesem Zeitpunkt praktisch nur auf dem Papier existiert hatte, wurde - erst jetzt - zu einer wirksamen Militärallianz mit einem amerikanischen Oberkommandierenden und der dauerhaften Stationierung amerikanischer Truppen in Europa ausgebaut. Und schließlich wurden die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland und Japans sowie ihre Integration in das westliche Bündnissystem nun energisch vorangetrieben, um ihr Potential für die gemeinsame Verteidigung zu nutzen. |
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10. Februar 2012
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