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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 33-34/2002)
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Nachhaltigkeit hat (k)ein Geschlecht |

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Perspektiven einer gendersensiblen zukunftsfähigen Entwicklung Christiane Thorn
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Zehn Jahre nach der UN-Konferenz zu Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro zieht die Konferenzkarawane der Vereinten Nationen weiter nach Johannesburg zum Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung (WSSD). In Südafrika bilanzieren die Staatengemeinschaft und internationale Umwelt-, Entwicklungs- und Frauenorganisationen die Umsetzungsergebnisse von Rio.
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Zur Person |
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Christiane Thorn Dipl.-Soz.-Wiss., geb.1965 (Woiwod); Mitglied der Projektgruppe "Gender Mainstreaming" am Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Leipzig.
Anschrift: Fockestraße 23, 04275 Leipzig.
E-Mail: thorn@rz-uni-leipzig.de
Veröffentlichungen u. a. (unter Christiane Woiwod): Globale Herausforderung Weltbevölkerungswachstum. Wege zur Stabilisierung der Bevölkerungsdynamik, Institut für Entwicklung und Frieden (Hrsg.), INEF-Report, Bd. 19, Duisburg 1996.
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Transnational agierende Frauenaktivistinnen, die Nachhaltigkeit eng mit politischer Gerechtigkeit verwoben sehen, stellen vor allem die Frage, ob und inwieweit die Geschlechterperspektive systematisch in das Nachhaltigkeitsdreieck von Ökologie, Ökonomie und Soziales eingeschleust werden kann, insbesondere in die bislang abgespaltene, aber zentrale vierte Dimension von Nachhaltigkeit: die Politik.
Erst mit der Integration des Politischen in die Problemperspektive nachhaltiger Entwicklung eröffnet sich den beteiligten AkteurInnen eine Arena zur Verhandlung und Bearbeitung dieses magischen Dreiecks sowie zur Formulierung und zur eventuellen Ausbalancierung ihrer Ziel- und Interessenkonflikte. In dem Moment, da "gesellschaftliche Naturverhältnisse"
Gegenstand politischer Entscheidungen werden, gelangen auch die kontroversen Interessen- und Zielperspektiven sowie die höchst unterschiedliche Deutungs-, Handlungs- und Entscheidungsmacht der AkteurInnen in den Blick. Für die Einschätzung, ob die UN-Konferenz in Rio einem geschlechtersensiblen Nachhaltigkeitsprozess den Weg geebnet hat oder die kohärente Vernetzung von Zukunftsfähigkeit und Gender noch in weiter Ferne liegt, ist die Integration der Macht- und Herrschaftsperspektive in die Debatte unerlässlich. |
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10. Februar 2012
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