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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 43/2001)

"Wir Türken . . ." Zur kollektiven Identität türkischer Migranten in Deutschland


Tanjev Schultz / Rosemarie Sackmann
Inhalt

Einleitung

I. Bedeutung kollektiver Identität

II. Merkmale einer kollektiven Identität türkischer Migranten

III. Kollektive Identität und Integration

Einleitung
Wenn über die Integration türkischer Zuwanderer, ihrer Kinder und Kindeskinder diskutiert wird, stellt sich unter anderem die Frage, ob und wie sich diese Bevölkerungsgruppe selbst als eine besondere Gemeinschaft innerhalb der Gesellschaft versteht. Diese Frage nach einer kollektiven Identität türkischer Migranten provoziert allerdings leicht Missverständnisse. Denn es scheint offensichtlich, dass sozialer Hintergrund, Lebensweise, Weltanschauung und Wertvorstellungen türkischer Migranten vielfältig und verschieden sind. Leiden viele öffentliche Diskussionen nicht gerade darunter, dass sie diese Bevölkerungsgruppe zu schnell über einen Kamm scheren und ihre Heterogenität unzureichend zur Kenntnis nehmen? Doch wäre es gewiss ebenso voreilig, daraus den Schluss zu ziehen, Migrantengemeinschaften und kollektive Identitäten seien insgesamt unbrauchbare oder gar rein ideologische Konstruktionen. Die soziale Wirklichkeit besteht ja generell nicht nur aus Individuen, sondern darüber hinaus aus verschiedenen Kollektiven, denen Individuen mehr oder weniger bewusst angehören und die zum Teil eine erhebliche Bedeutung für das Leben und Selbstverständnis ihrer Mitglieder haben.

  • PDF-Version: 999 KB


  • Zur Person
    Tanjev Schultz
    M.A. (USA), M.A.; geb. 1974; wiss. Mitarbeiter an der Universität Bremen.

    Anschrift: Universität Bremen, FB 8, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien, Postfach 33 04 40, 28359 Bremen.
    E-Mail: tanjev@uni-bremen.de

    Veröffentlichung u. a.: (zus. mit R. Sackmann und K. Prümm) Kollektive Identität türkischer Migranten in Deutschland?, InIIS-Arbeitsheft, Nr. 20, Bremen 2000.

    Zusätzlich kompliziert werden die Verhältnisse dadurch, dass die Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Gruppe auch mehr oder weniger fremd- bzw. selbstbestimmt ist und zwischen den möglichen Selbst- und Fremdzuschreibungen verschiedene Wechselwirkungen auftreten können. [1]
    Zur Person
    Rosemarie Sackmann
    Dr. rer. soc. geb. 1956; Assistentin an der Universität Bremen, Institut für Soziologie und Institut für Politikwissenschaft.

    Anschrift: Universität Bremen, FB 8, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien, Postfach 33 04 40, 28334 Bremen.
    E-Mail: sackmann@barkhof.uni-bremen.de

    Veröffentlichung u. a.: Kollektive Identität, Assimilation und Integration, InIIS-Arbeitsheft, Nr. 20, Bremen 2000.

    Deshalb werden Bezüge auf behauptete Gemeinschaften und kollektive Identitäten in manchen Fällen und Hinsichten als eher repressiv und in anderen als eher emanzipatorisch wahrgenommen. Entsprechend können sich türkische Migranten einerseits dagegen verwahren, nur als "Exemplare" (und sei es als "positive Ausnahmen") einer von außen definierten und tendenziell stigmatisierten Bevölkerungskategorie betrachtet zu werden. Womöglich können sie jedoch andererseits, ohne damit in einen Selbstwiderspruch zu geraten, darauf bestehen, als Angehörige einer gesellschaftlichen Teilgruppe mit eigener Identität, speziellen Erfahrungen und kulturellen Praxen anerkannt zu werden. Was aber ist hier mit kollektiver Identität im Einzelnen gemeint? Und welche Anzeichen und Merkmale einer kollektiven Identität lassen sich für türkische Migranten in Deutschland finden?
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    19. März 2010
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    Migration - Demographie
    Editorial
    Geregelte Zuwanderung: eine Zukunftsfrage für Deutschland
    Reform des Zuwanderungsrechts Konsens und Dissens in der Ausländerpolitik
    Bevölkerungsentwicklung und Migration in Deutschland
    Grenzüberschreitende Migration als Gegenstand internationaler Politik
    "Wir Türken . . ." Zur kollektiven Identität türkischer Migranten in Deutschland
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