bpb-Publikationen
Coverbild Kind, versprich mir, dass du dich erschießt

Schriftenreihe (Bd. 1610)

Kind, versprich mir, dass du dich erschießt

Der Untergang der kleinen Leute 1945

Massenselbstmorde in Deutschland? Uns Heutigen ist oft nicht bewusst, wie viele Menschen sich im zeitlichen Umfeld des Kriegsendes 1945 das Leben nahmen: aus Angst, aus Verzweiflung über den Tod ihrer Lieben, den Verlust ihrer Existenz, manchmal auch, um sich der Verantwortung für ihr Tun zu entziehen.

4,50 € zzgl. Versandkosten (ab 1 kg Versandgewicht)
Lieferzeit in Deutschland: ca. 1 bis 7 Werktage (Details)
Lieferzeit ins Ausland: ca. 5 bis 63 Werktage (Details)

   in den Warenkorb

Inhalt

Das Schweigen des Verdrängens oder Scham – beides hat dazu geführt, dass das Ausmaß der seelischen Erschütterung nicht auszuloten ist, das 1945 bei vielen Deutschen herrschte. Während im Westen Deutschlands die Befreiung vom Nationalsozialismus bereits begonnen hatte, gingen insbesondere im Osten tausende Menschen in den Freitod: die einen angesichts blanker Angst vor der heranrückenden Roten Armee, andere aus Verzweiflung über den Verlust ihrer materiellen Existenz. Wieder andere konnten es nicht verwinden, um ihre Ideale betrogen worden zu sein, und schließlich gab es Menschen, die sich durch Selbstmord ihrer Verantwortung für die verbrecherische Gewaltherrschaft entzogen. In manchen Familien - der Opfer wie der Täter - haben sich Aufzeichnungen über das Erlebte erhalten: Tagebücher, Notizen, Briefe und Berichte. In anderen blieben die furchtbaren Erinnerungen ein dunkler Fleck, an den es nicht zu rühren galt. Florian Hubers quellengestützte Darstellung zeichnet das plastische Bild abgrundtiefer menschlicher Nöte, in denen viele Menschen keinen anderen Ausweg als den Freitod sahen.



Autor: Florian Huber, Seiten: 304, Erscheinungsdatum: 15.06.2015, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 1610