bpb-Publikationen
SR 1091

Schriftenreihe (Bd. 1091)

Umkämpfte Vergangenheiten

Die Kultur der Erinnerung im postjugoslawischen Raum

Im postjugoslawischen Raum ist Erinnerungspolitik ein wichtiges Instrument der Identitätsstiftung. Kuljic beschreibt Themen und Konflikte der geschichtspolitischen Neuorientierung und plädiert dafür, die eigene Schuldabwehr zu beenden und an den Leiden der anderen Anteil zu nehmen.

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Inhalt

Im Jahr 2003 wurde aus dem verbliebenen Reststaat "Bundesrepublik Jugoslawien" der Staatenverbund "Serbien und Montenegro". Nachdem die übrigen Teilstaaten bereits zu Beginn der Neunzigerjahre ihre Souveränität erklärt hatten, endete damit für die Völker Exjugoslawiens endgültig die Zeit gemeinsamer Erfahrungen. Ausgelöst und intensiviert durch den Bürgerkrieg auf dem Balkan, entwickelten die neuen Nationalstaaten vielfach antijugoslawisches, nationalistisches Gedankengut. In Verbindung mit Umdeutungen, Verharmlosungen, Verdrängung und Schuldzuweisungen an die jeweils anderen prägte sich so ein ethnozentrisches Geschichtsbild aus, in dem das eigene Volk zum kulturell überlegenen Opfer stilisiert wird. Der Soziologe Todor Kuljić analysiert und kritisiert diese aktuelle Erinnerungskultur im postjugoslawischen Raum.



Autor: Todor Kuljic, Übersetzung: Margit Jugo unter Mitarbeit von Sonja Vogel, Seiten: 184, Erscheinungsdatum: 27.10.2010, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 1091