Inhalt
Kriege, Exzesse und Gewalttaten des 20. Jahrhunderts werden in der neueren historischen Forschung als Reflex der Moderne interpretiert. Nach dieser Lesart sind Nationalsozialismus und Stalinismus ebenso Resultate der Moderne wie der Faschismus in Italien oder der New Deal in den USA.
Die Autoren dieses Bandes hingegen betonen die vormodernen Wurzeln der Gewaltexzesse im 20. Jahrhundert und sehen die Diktaturerfahrungen in Russland, in der Sowjetunion und in China im Spannungsfeld zwischen modernen Ideen und vormodernen Lebenswelten. Die heftigsten Gewaltausbrüche, so die Quintessenz des Bandes, müssen dort konstatiert werden, wo totalitäres Gedankengut sich ungehindert von institutionellen Grenzen oder zivilisatorischen Errungenschaften ausbreiten und seine fatale Wirkung entfalten konnte.
Herausgeber: Jörg Baberowski, Seiten: 205, Erscheinungsdatum: 18.04.2007, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 1585


