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Coverbild American History X

Filmheft

American History X

Tony Kayes Milieustudie über den gewalttätigen Alltag zweier Brüder thematisiert in radikalen Bildern die gefährliche Attraktivität von Rassismus und Gewalt. Während der ältere Derek seiner einfach gestrickten Ideologie aus Feindbildern, Vorurteilen und Machtphantasien abschwört, fällt der jüngere Danny dem Teufelskreis aus Rache und Gewalt zum Opfer.

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Inhalt

"American History X“ ist die kontrovers diskutierte Inszenierung einer US-amerikanischen Geschichte aus dem rechtsextremistischen Milieu. Der 16-jährige Danny erzählt in Rückblenden die "Karriere“ seines von ihm bewunderten großen Bruders Derek, der soeben eine Haftstrafe wegen Mordes an drei Schwarzen verbüßt hat. Im Gefängnis geläutert und vom Glauben an Gewalt und Diskriminierung abgebracht, versucht Derek nun, Danny aus dem rassistischen Milieu seiner alten Umgebung herauszuholen.
Die Bildsprache des Films setzt gerade bei Gewalt- und Sexszenen auf schonungslose Offenheit und entwickelt durch ihre videoclipartige Ästhetik eine starke Sogwirkung. Auf gerade für ein jüngeres Publikum ansprechende Weise greift Tony Kayes Milieustudie USA-spezifische Formen des Rassismus auf. Parallelen zu rechtsextremistischen Tendenzen in Deutschland lassen sich in den allgemeinen Strukturen der Gewalt ziehen, wo familiäre Prägung, Vorurteile, Gruppenzwang sowie Frustrationsverhalten und Identitätsprobleme eine Rolle spielen.

Aus der Reihe "Kino gegen Gewalt“.



Autor: Holger Twele, Seiten: 28, Erscheinungsdatum: Juni 2001, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 3223