bpb-Publikationen
„Nicht durch formale Schranken gehemmt“ 
Die deutsche Polizei im Nationalsozialismus

Themen und Materialien

"Nicht durch formale Schranken gehemmt“

Die deutsche Polizei im Nationalsozialismus

Die Unterrichtsmaterialien des Themen und Materialien-Bandes "Nicht durch formale Schranken gehemmt“ Die deutsche Polizei im Nationalsozialismus können für die politische Bildung innerhalb und außerhalb der Schule genutzt werden. Die organisatorischen Strukturen eines komplexen und unübersichtlichen Apparats im NS-Staat werden verdeutlicht und zugleich werden grundsätzliche Fragen nach dem Verhalten von Menschen in einer Diktatur gestellt. Der Band kann auch eine praktische Hilfe im Umgang mit dem gegenwärtigen Rechtsextremismus sein.

7,00 € zzgl. Versandkosten (ab 1 kg Versandgewicht)
Lieferzeit in Deutschland: ca. 1 bis 7 Werktage (Details)
Lieferzeit ins Ausland: ca. 5 bis 63 Werktage (Details)

   in den Warenkorb

Inhalt

Wie wir heute wissen, konnte sich das NS-Regime von seinen Anfängen bis zu seinem Untergang auf die Polizei stützen. Nicht nur die Gestapo, wie immer wieder gerne behauptet wurde, sondern alle Sparten der deutschen Polizei waren am Terror gegen die politischen und weltanschaulichen Gegner des NS-Staats beteiligt. In Osteuropa beging die deutsche Polizei massenhaft Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung, sie war maßgeblich am Mord an den europäischen Juden beteiligt, aber auch an der Verfolgung von Widerstandsgruppen gegen das nationalsozialistische Besatzungsregime und der Verschleppung von Zivilisten zur Zwangsarbeit für die deutsche Kriegswirtschaft. Die Verbrechen verübten Polizisten, die mehrheitlich in der Weimarer Republik, einem demokratischen Rechtsstaat, sozialisiert und ausgebildet wurden. Auf die Frage, warum und unter welchen Bedingungen Menschen zu Massenmördern werden, gibt es verschiedene Antworten. Die neuen sozialpsychologischen Erklärungsmodelle betonen die allgemeinen gesellschaftlichen Werte und die jeweiligen situativen Aspekte des Mordens. Die Konstellationen, in denen Menschen zu Massenmördern werden, sind - das zeigen vielfältige Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit – durchaus wiederholbar.

Die Materialien sollen die Polizeibeamten über die Geschichte ihres Berufsstands informieren. An den Schattenseiten der deutschen Polizei im 20. Jahrhundert soll gezeigt werden, dass Machtapparate ohne die strikte Verpflichtung auf den Rechtsstaat unkontrollierbar sein können und manchmal aus dem "Freund und Helfer" ein Massenmörder werden kann. Vermittelt werden soll, dass Polizisten grundsätzlich für ihr Handeln persönlich verantwortlich sind und waren und sich im Falle von strafbaren Anordnungen nicht auf Befehl und Gehorsam berufen können.

Diese Fragen sind jedoch nicht nur für die Aus- und Fortbildung von Polizeibeamten relevant. Die historischen Fallbeispiele sollen für die politische Bildung innerhalb und außerhalb der Schule genutzt werden, um damit zum einen die organisatorischen Strukturen eines komplexen und unübersichtlichen Apparats im NS-Staat zu verdeutlichen und zugleich grundsätzliche Fragen nach dem Verhalten von Menschen in einer Diktatur zu stellen, was auch eine praktische Hilfe im Umgang mit dem gegenwärtigen Rechtsextremismus sein kann. Mit der vorliegenden Publikation in der Reihe “Themen und Materialien“ der Bundeszentrale für politische Bildung stellen wir eine Materialsammlung zur Verfügung, die Lehrenden Anregungen und Hilfen für den Unterricht bietet und es ihnen erlaubt, fächerübergreifend und unter verschiedenen Blickwinkeln Zugänge zum Thema zu schaffen und Lernende unterschiedlichster Art dazu animiert, sich intensiv mit dem Nationalsozialismus auseinanderzusetzen.



Herausgeber: bpb, Seiten: 272, Erscheinungsdatum: 1.12.2012, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 2435