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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 27/2001)
Gentechnik - Biopolitik

Gentechnik - Biopolitik

Die Beschleunigung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts hat im Bereich der Gentechnik viele Möglichkeiten eröffnet. Vor nicht allzu langer Zeit wären sie als Science-fiction abgetan worden.

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Die Beschleunigung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts hat im Bereich der Gentechnik Möglichkeiten eröffnet, die vor noch nicht allzu langer Zeit als Science-fiction abgetan worden wären. Als vor einem Jahr die Entzifferung des menschlichen Genoms gefeiert wurde, tat sich vor den Forschern eine "schöne neue Welt" auf. Die Entstehung menschlichen Lebens schien ihres Geheimnisses entkleidet zu sein. Die Gentechnik ermöglicht nicht nur die Analyse der Erbinformationen, sondern auch deren Manipulation. Ist dies der Beginn der Huxley'schen "Vision", nach der die Menschen nicht mehr geboren, sondern nur noch künstlich erzeugt und anschließend konditioniert werden? In dieser "schönen neuen Welt" werden zwar auch noch Menschen auf natürliche Weise gezeugt, diese leben aber außerhalb der Städte in Reservaten. Zu dieser "Vision" muss es nicht zwangsläufig kommen, wenn sich in Deutschland die führenden Politiker darüber einig werden, in welchem Umfang sich die Forscher an Projekten der Gentechnik beteiligen dürfen. Die Diskussion innerhalb der politischen Elite des Landes verläuft kontrovers durch alle Parteien, wie die jüngste Debatte im Deutschen Bundestag gezeigt hat. Exemplarisch für die Kontroverse stehen der Bundeskanzler und der Bundespräsident. Befürwortet der Kanzler eine liberalere Handhabung dieser Forschung und deren Umsetzung in der Praxis, weist der Bundespräsident auf die aus der Anwendung entstehenden Gefahren und die ethischen Bedenken hin.



Herausgeber: Bundeszentrale für politische Bildung, Seiten: 56, Erscheinungsdatum: 29.06.2001, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 0

 


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