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Bildungsmisere

Aus Politik und Zeitgeschichte (B 21-22/2003)

Bildungsmisere

In Deutschland verfügen zehn Prozent der Bevölkerung weder über einen Hauptschulabschluss noch über eine abgeschlossene Berufsausbildung. Dieser Tatbestand wird als "Bildungsarmut" bezeichnet. Die Betroffenen haben auf dem Arbeitsmarkt nur geringe Chancen.

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  • Drei Ergebnisse der internationalen Schülerleistungsstudien TIMS und PISA sowie zuletzt IGLU haben verdeutlicht, dass in Deutschland keine Chancengleichheit in der Bildung existiert: Erstens gibt es in deutschen Schulen ein großes Leistungsgefälle zwischen den besten und den schwächsten Schülerinnen und Schülern, zweitens spielt ihre Herkunft für den Schulerfolg eine große Rolle und drittens ist die Förderung der Schwächsten äußerst unbefriedigend. Tatsächlich verfügen in Deutschland zehn Prozent der Bevölkerung weder über einen Hauptschulabschluss noch über eine abgeschlossene Berufsausbildung. Dieser Tatbestand, bislang eher schamhaft umschrieben, wird neuerdings als "Bildungsarmut" bezeichnet. Wer davon betroffen ist, hat auf dem ohnehin verengten Arbeitsmarkt nur geringe Chancen. So wird aus Bildungsarmut soziale Armut. "Armut wächst mit." Dieser kurze Satz des Bundesvorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt Manfred Ragati beschreibt den Zusammenhang treffend. Und wer arm ist, hat in unserem Bildungssystem von vornherein schlechtere Startbedingungen: Bildungsarmut ist vererbbar. Wer nicht in Deutschland geboren oder das Kind von nicht in Deutschland geborenen Eltern ist, hat in unserem Bildungssystem noch weniger Chancen – oder gar keine.



    Seiten: 40, Erscheinungsdatum: 26.05.2003, Erscheinungsort: Bonn

     

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