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60 Jahre 20. Juli 1944

Aus Politik und Zeitgeschichte (B 27/2004)

60 Jahre 20. Juli 1944

War in der alten Bundesrepublik lange Zeit die Vorstellung einer isolierten Militärrevolte am 20. Juli 1944 weit verbreitet, wurde in der DDR der Attentatsversuch als reaktionärer Junkeraufstand denunziert.

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    Der 20. Juli 1944 ist ein sperriges Gedenkdatum. War in der alten Bundesrepublik lange Zeit die Vorstellung einer isolierten Militärrevolte weit verbreitet, wurde in der DDR der gescheiterte Attentatsversuch auf Hitler bis in die achtziger Jahre hinein als reaktionärer Junkeraufstand denunziert, um das Dogma von der zentralen Rolle des kommunistischen Widerstands gegen die Nationalsozialisten zu untermauern. Seit der deutschen Vereinigung kommt es zu einer Renaissance des schwierigen Datums. In der Öffentlichkeit ist präsent, dass es auch einen deutschen Widerstand gab. Doch es waren nur allzu wenige in Deutschland, die den Schritt zur tatbereiten Opposition wagten. Und gewiss war es nicht eine westliche, parlamentarische Demokratie oder gar die freiheitlich-demokratische Grundordnung der späteren Bundesrepublik, die den Verschwörern um Stauffenberg nach einem erfolgreichen Putsch als Staats- und Regierungsform vorschwebten. Erstes Ziel war das Bemühen, endlich den verbrecherisch vom Zaun gebrochenen Krieg und den Völkermord an den Juden zu beenden. Die inneren Kämpfe, welche die auf Hitler vereidigten Militärs ausgefochten hatten, belegen, dass ihre Entscheidung ethisch begründet war. Darin liegt die Bedeutung der Tat jener mutigen Männer und Frauen des 20. Juli 1944: Sie verteidigten in unmenschlicher Zeit die Traditionen europäischer Menschlichkeit.



    Seiten: 40, Erscheinungsdatum: 28.06.2004, Erscheinungsort: Bonn

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