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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 01-02/2005)
Zeitgeschichtsforschung

Zeitgeschichtsforschung

Nach dem Ende der bipolaren Weltordnung haben sich neue Impulse für eine entideologisierte Zeitgeschichtsforschung ergeben. Im wiedervereinigten Deutschland werden Abgrenzungen und Verflechtungen der beiden parallelen Nachkriegsgeschichten stärker erforscht.

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    Nach dem Ende der bipolaren Weltordnung haben sich neue Impulse für eine entideologisierte Zeitgeschichtsforschung ergeben. Können wir bereits von einer "europäischen Zeitgeschichte" sprechen, oder dominieren nach wie vor Nationalgeschichten? In der Osteuropaforschung geht es darum, die Geschichte des stalinistischen Imperiums als Teil des gesamteuropäischen Geschehens zu verstehen. Im wiedervereinigten Deutschland ist die Frage nach nationalen Geschichtsbildern in den Mittelpunkt gerückt. Abgrenzungen und Verflechtungen der beiden parallelen Nachkriegsgeschichten werden stärker erforscht.

    In diesem Heft diskutiert Richard J. Evans das spezifisch "Deutsche" der beiden Diktaturen im vergangenen Jahrhundert. Sein Befund: Während im "Dritten Reich" vor allem während des Krieges die Identifikation von Regime und Nation gelang, blieb die DDR in den Augen ihrer Bürgerinnen und Bürger stets ein Fremdstaat ohne Legitimität. Die große Resonanz zeithistorischer Biographien und der Gedenkboom der vergangenen Jahre zeugen vom gewachsenen Interesse an Geschichte. Eine stärkere Indienstnahme der Forschung durch Geschichtspolitik ist zu erwarten.



    Seiten: 48, Erscheinungsdatum: 03.01.2005, Erscheinungsort: Bonn

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