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Innerstaatliche Konflikte

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Mediation:
Methode der Vermittlung in Konflikten durch einen ausgebildeten Mediator. Diese von allen Konfliktparteien akzeptierte Drittpartei unterstützt die Parteien (Medianten) in einem gesteuerten Prozess dabei, ihre Interessen und Bedürfnisse hinter verhärteten Positionen zu klären und eigenständig Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Der Mediator gibt keine eigenen Lösungen vor, was die Nachhaltigkeit von mediativ erzielten Ergebnissen erhöht. Es gibt allerdings unterschiedliche Stile. Diese reichen von der eher moderierenden zurückhaltenden Mediation bis zur Power Mediation, die hauptsächlich auf der internationalen Ebene auch auf Formen des materiellen, politischen, militärischen Zwangs zur Erreichung einer gewünschten Lösung zurückgreift.

Menschliche Sicherheit (Human Security):
Umfasst einen umfassenden Sicherheitsbegriff, der nicht nur die Verhinderung bzw. Beendigung direkter, physischer Gewalt einschließt, sondern auch und vor allem den Schutz vor anderen Bedrohungen wie für das physische Wohlergehen und die Lebensgrundlagen (z.B. Gesundheit, Umwelt, und Wirtschaft) der einzelnen Menschen und Gruppen auf der lokalen Ebene.

Multitrack Diplomacy (Mehrebenen-Diplomatie):
Parallele und miteinander abgestimmte Bemühungen zur Beilegung einer Krise oder zur Vermittlung in einer Konfliktsituation auf mehreren Akteursebenen. Dabei wird meist zwischen track one (offizielle Diplomatie), track two (Massnahmen auf mittlerer gesellschaftlicher Ebene) und track three (lokale bzw. untere gesellschaftliche Ebene) unterschieden. Es gibt aber auch differenziertere Konzepte, die bis zu sechzehn Akteursgruppen (z.B. Regierungen, Kirchen, Unternehmer, NGOs, Medien usw.) unterscheiden

Nachhaltigkeit:
Die Ausrichtung von politischen, umweltpolitischen, wirtschaftlichen und sozialen Aktivitäten auf ein integriertes Ressourcen- und Konfliktmanagement, das kontextspezifisch im Sinne von sozialer, länder- und generationenübergreifender Gerechtigkeit und globaler Ressourcenschonung zu tragfähigen und dauerhaften Lösungen führt.

Nationen- und Staatsbildung (Nation- / Statebuilding):
Während die Nationenbildung die mehr oder weniger zielgerichtete Entwicklung zur Herausbildung einer nationalen Identität umfasst, auf deren Grundlage ein Staatswesen begründet werden soll, konzentriert sich Staatsbildung primär auf die Stärkung bzw. den Aufbau staatlicher Institutionen und Strukturen sowie die Gewährleistung ihrer Steuerungs- und Handlungsfähigkeit in den verschiedenen Politikfeldern.

"Neue Kriege":
Sammelbezeichnung für vom konventionellen Kriegstyp abweichende kriegerische Auseinandersetzungen, die durch ein extremes Machtungleichgewicht der Akteure (irreguläre Einheiten und Regierungen) und asymmetrische Kampfformen gekennzeichnet sind. Gewalt richtet sich vorrangig gegen Zivilisten. Die Kämpfer der verschiedenen Seiten kooperieren nicht selten zum gegenseitigen, primär ökonomischen Nutzen miteinander. Dazu gehört auch, dass "neue Kriege" nicht offiziell erklärt und auch nicht auf dem Schlachtfeld entschieden werden.

Nichtregierungsorganisation / Non-Governmental Organisation (NGO):
Freiwillige, parteipolitisch unabhängige, nicht nach wirtschaftlichem Gewinn strebende, nicht an Interessen ihrer Mitglieder oder einer Zielgruppen im Sinne von berufsständischen oder besonderen Interessen (Sport, Hobby usw.) orientierte zivilgesellschaftliche Zusammenschlüsse, die weder im Sinne einer ethnischen, nationalen oder religiösen Orientierung noch in ihrem geschlechtsspezifischen Selbstverständnis exklusiv sind und deren inhaltlicher Bezug sich in erster Linie auf die Bearbeitung von Problemen wie Umweltgefährdung, Entwicklung, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, Sicherheit/Frieden und die Geschlechterfrage richtet.

Nothilfe:
Nothilfe (oder auch Soforthilfe) umfasst alle Maßnahmen, die die unmittelbare Linderung der Folgen von Natur- und Bürgerkriegskatastrophen sowie Epidemien zum Ziel haben. Schwerpunkt ist die Sicherung des Überlebens der betroffenen Menschen. Soforthilfe bzw. Nothilfe sind in ihrer Dauer begrenzt. Im Allgemeinen geht man von einem Zeitraum von drei bis zu sechs Monaten aus. In Ausnahmefällen kann die Nothilfe bei lang andauernden (politischen) Krisen (z.B. Sudan/ Darfur) und Naturkatastrophen (z.B. Tsunami Ende 2004) ein deutlich längeres Engagement erfordern.

Peacekeeping: (weiterer Begriff)
Das gesamte Bündel von Maßnahmen und Instrumenten der Friedenskonsolidierung, die nach dem Ende der Kampfhandlungen auf die Stärkung und Entwicklung entsprechender Strukturen gerichtet ist, um einen Rückfall in die Gewalt zu verhindern. Ziel ist die Bewältigung der politischen, wirtschaftlichen, sozialen und psychologischen Konsequenzen von Bürgerkriegen sowie auf die Bearbeitung struktureller Konfliktursachen ab (z.B. sozio-ökonomische Ungleichheit, ethno-nationale Spannungen, Ressourcenknappheit).

Peacekeeping: (engerer Begriff)
Beobachtung und Erzwingung (enforcement) der Umsetzung des Friedensschlusses sowie der vereinbarten vertrauensbildenden Maßnahmen, auch unter Anwendung von militärischer Gewalt.

Peacemaking:
Kurzfristige diplomatische, politische und militärische Aktivitäten zur unmittelbaren Beendigung der gewaltsamen Auseinandersetzungen und Herbeiführung eines Friedensschlusses. Eingeschlossen sind zivile und militärische Mittel (z.B. Vermittlung, Sanktionen, Militärintervention) zur unmittelbaren Beendigung von Kampfhandlungen. Es gilt in erster Linie, die Konfliktparteien auseinanderzuhalten bzw. die Einhaltung von Vereinbarungen zu überwachen (Monitoring). Dies kann je nach Lage mit mehr oder weniger robusten Operationen geschehen.

Posttraumatische Belastungsstörung:
Erfahren Menschen direkt oder als Beobachter in Kriegssituationen massive Formen von Gewalt, die sie als intensive Bedrohung des eigenen Lebens, ihrer körperlichen und mentalen Integrität erleben, kann dies zu akuten und lange nachwirkenden Verletzungen ihrer psychischen Gesundheit führen. Die Gewalterfahrung übersteigt die psychischen und mentalen Verarbeitungsmöglichkeiten der betroffenen Personen. Dabei hängt die Verarbeitungsmöglichkeit nicht nur von der Konstitution und den verfügbaren Abwehr- und Bearbeitungsstrategien der betroffenen Person ab, sondern auch von der Art und Stärke des Ereignisses wie vom konkreten sozio-kulturellen Kontext. Traumatisierung (abgeleitet vom griechischen Wort für Wunde "Trauma") führt sowohl zu psychischen als auch psychosomatischen Symptomen, die in der Trauma-Forschung und -Behandlung unter dem Begriff der posttraumatischen Belastungsstörung zusammengefasst werden.

Regimewandel:
Von externen Interventionsmächten in innerstaatliche Konflikte verfolgtes Ziel, die Ursachen von Gewalt und Fehlentwicklungen durch die Verdrängung der herrschenden Eliten und den grundlegende Um- und Neuaufbau der politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Institutionen und Strukturen zu überwinden. Als Modell gilt dabei meist das bevorzugte politische Herrschaftsmodell der intervenierenden Mächte und Organisationen.

Rehabilitierung:
In der Nachkrisenphase umfasst alle Massnahmen, die darauf ausgerichtet sind, eine kriegsversehrte Gesellschaft wieder in einen stabilen und "gesunden" Zustand zu versetzen. Das beinhaltet Wiederaufbauhilfe für die physische Infrastruktur ebenso wie soziale, psychologische und pädagogische Massnahmen.

Sicherheitssektorreform:
Konzepte und Maßnahmen mit Blick auf den Wiederaufbau bzw. die Reform des Sicherheitssektors mit dem Ziel der (Wieder-)Herstellung der öffentlichen Sicherheit, staatlichen Gewalthoheit und Rechtsstaatlichkeit als Voraussetzung für eine nachhaltige Beendigung massiver politischer Gewalt. Die Reformen orientieren sich am Ideal legitimer, gerechter, fairer, effizienter, transparenter, demokratisch kontrollierter und an Menschenrechten ausgerichteter Sicherheitsinstitutionen.


 
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