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Was bringen Gesetze?
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Verbote verstellen alle Wege zur Kommunikation |
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| Winfred Kaminski |
Derzeit werden zwei Verschärfungen des Jugendschutzgesetzes diskutiert: Zum einen ein Verbot der Herstellung, Verbreitung, Veröffentlichung und des Erwerbs "virtueller Killerspiele", zum anderen eine Ausweitung der Indizierung auf "gewaltbeherrschte" Spiele. Halten Sie einen der Vorstöße für sinnvoll?
Vorweg sei gesagt: Eine Verschärfung des Jugendschutz- gesetzes hinsichtlich Video- und Computerspielen in Richtung auf Verbot und Indizierung sogenannter "virtueller Killerspiele" und "gewaltbeherrschter" Spiele halte ich für wenig sinnvoll, ja für unangebracht.
Ich möchte als erstes klarstellen, dass im Koalitionsvertrag der Großen Koalition (2005) zwar diese Spiele erwähnt werden, aber dort nicht ersichtlich wird, was denn und welche Art Spiele gemeint seien. Man hatte eher "Paintball" oder "Gotcha" im Sinn. Erst später wurden die Egoshooter nachgeschoben.
Damit soll natürlich eine öffentliche, fachliche und sachliche Diskussion auch über Spiele nicht ausgeschlossen werden; nur kurzfristiger Alarmismus und noch dazu populistische Töne ohne begründete Argumente schaden mehr als dass sie nützen. Wer zu oft "Alarm! Alarm!" schreit, wird gerade dann nicht mehr gehört und ernst genommen, wenn es wirklich brennt.
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Zur Person |
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Winfred Kaminski Dr. phil. habil. Winfred Kaminski wurde 1948 geboren und hat Sozialwissenschaften und Philosophie in Düsseldorf und Frankfurt a.M. studiert. Winfred Kaminski ist Professor für Kulturpädagogik an der Fachhochschule Köln und Direktor des Instituts für Medienforschung und Medienpädagogik. 2006 organisierte er den "Clash of Realities. 1. International Computer Game Conference Cologne".
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 |  | Über Internet-Tauschbörsen und raubkopierte DVDs können Jugendliche auch neben dem Handel an indizierte oder für sie nicht freigegebene Spiele gelangen. Macht dies Gesetze sinnlos? Wie kann dem begegnet werden?
Jugendliche sind heutzutage sehr fit darin, die kommunikativen und technischen Möglichkeiten audiovisueller und digitaler Techniken für sich zu nutzen. Und vielen fällt es leicht, sich außerhalb des Handels evtl. indizierte und für sie nicht frei gegebene Spiele zu besorgen. Dies macht aber Regelungen und Gesetze nicht wert- oder gar sinnlos.
Wir sind vielmehr als Gesellschaft – und das meint von der Familie bis in die Politik – gefordert, mitzuteilen, was wir bereit sind, auszuhalten und "durchgehen zu lassen". Zugleich aber müssen wir hinhören, was und warum gerade die jungen Männer sich immer wieder (und nicht erst seit Erfindung der digitalen Spiele) an normierende und moralische Grenzen heranwagen und sie auch unterlaufen. Dieses Infragestellen des moralischen Konsenses gehört – entwicklungspsycho- logisch gesehen – wie selbstverständlich in die Phase der Adoleszenz.
Die Jungen (und natürlich auch die jungen Frauen!) haben ein Recht darauf, sich auch gegen erwachsene Vorgaben zu entscheiden. Wenn dann aber Familie und Staat sich einfach wegducken, wie es in vielen Familien geschieht, oder nur mit Sanktionen reagieren, wie es manche Politiker planen, wird der Weg zum Dialog versperrt. Wer von den medial versierten politischen Größen hat denn einmal versucht, mit den "daddelnden" Jungs zu sprechen und ihnen zuzuhören, ihre Vorlieben abgefragt und dann nachgefragt. Um aber ein Gespräch zu führen, muss ich wissen, wovon die Rede ist, das aber – dies war den Jugendlichen schnell klar – war nicht gegeben.
07. August 2007 |
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Alexander T. Müller |
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Eine Geisterdebatte
Ein Verbot global vertriebener Spiele ist wirkungslos, gibt das falsche Signal und dient eher als Versteck. Eine offene und kritische Diskussion in Gesellschaft und den Familien ist wichtiger, meint Alexander Müller. Denn die wirkliche Verantwortung liegt hier. |
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