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Gesellschaft: Soziale Aspekte

Unterwegs in Online-Welten

Spieler des Online-Rollenspiels "Ultima Online" über das Leben im Spiel und außerhalb
Shahieda Ibrahim
Inhalt
Einleitung
MMORPG – Was ist das?
Die Interviewpartner: Zur Person der Spieler
Persönliche Situation als Rollenspieler
Die Charaktere im Spiel
Soziale Kontakte im Spiel
Spielmotivation
Auswirkungen auf das soziale Netzwerk und die reale Welt
Transferprozesse
Fazit
Literatur
Persönliche Situation als Rollenspieler

Die meisten Spieler halten sich nur auf einem UO-Shard auf. Viele spielen jedoch auch abwechselnd auf mehreren Welten. Als Hauptgrund für die Wahl des jeweiligen Shards wird meist die Empfehlung eines Freundes oder Bekannten genannt, der ebenfalls auf diesem Shard spielt. Da sich die Anmeldung auf einem Freeshard jedoch als sehr schwierig erweisen kann, entschied sich Thomas für Cimmeria, da hier seine Anmeldung als erstes angenommen wurde. Sebastian spielt auch auf Hells-Gate, da sich diese Welt von der Masse der Freeshards abhebt. Als Mitbegründerin eines Freeshards sagt Stella dazu aus:

"Ares Pals, weil ich vom Konzept sehr angetan bin, und weil ich sehe, wie der Shard langsam Form bekommt. Und ich will natürlich auch sehen, wie die anderen auf unserem Shard spielen und sich darauf zurechtfinden."

Auf die Frage nach den Zielen der Spieler antwortet die Mehrheit der Interviewpartner, dass ihr Hauptziel die sozialen Beziehungen zu den anderen Spielern ist. Die Hälfte der Befragten gibt zudem an, gutes Rollenspiel spielen zu wollen bzw. Spaß zu haben und sich die Zeit zu vertreiben.

Andy: "Spaß haben, Zeit vertreiben. UO ist für mich eher eine Art grafischer Chat als ein wirkliches Spiel."

Stella: "Ziele ... Ich möchte eigentlich hauptsächlich Spaß am Spielen haben. Dazu gehört auch eine Char-Entwicklung [Charakter-Entwicklung], die sich bei mir jedoch eher auf im Spiel geknüpfte Kontakte bezieht, nicht auf Skillgain (d.h. dass der Char bessere Fähigkeiten erlangt)."

Paul: "Früher stand im Vordergrund ... einfach Spaß haben ... mit Char entwickeln und Monster jagen und viele Gegenstände zu tauschen.. Doch während der Zeit wird man ein wenig, ich weiß nicht ... reifer oder wie ich es ausdrücken soll. Später war für mich bloß die Freundschaft mit einigen Personen wichtig, also der soziale Part dieses Spieles ... Kommunikation mit anderen Menschen ...und das Char entwickeln war sinnlos geworden …"

Eine Ausnahme bildet Thomas, da dieser einen so genannten GM-Posten (Game Master) auf Cimmeria einnimmt. Er sagt dazu aus: "Ich bin Elder GM auf Cimmeria. Meine Player-Chars hab ich vor einiger Zeit auf Eis gelegt. Dementsprechend gelten meine Ziele vor allem der Weiterentwicklung von Cimmeria."

Der Begriff GM beinhaltet zwei verschiedene Bedeutungen. Zum einen steht er für Grand Master, d.h. man hat in einer Fähigkeit die maximal zu erreichende Punktzahl erzielt und ist daher in dieser Fähigkeit nicht mehr zu überbieten.

Des weiteren steht GM jedoch auch für die Bezeichnung Game Master (Spielleiter). Dies sind auf den Freeshards Spieler, die mit besonderen Rechten ausgestattet sind. Ihre Aufgabe ist es, das Spielgeschehen zu überwachen, darauf zu achten, dass die Regeln eingehalten werden, Streit zu schlichten und den Spielern helfend und beratend zur Seite zu stehen. Weiterhin sind sie für so genannte Quests (Abenteuer) und die Gestaltung der Spiellandschaft (Städtebau u.ä.) zuständig.

Game Master wird man auf den meisten Freeshards, indem man sich um diesen Posten per E-Mail beim Staff (Betreiberteam) bewirbt und ausreichendes Wissen über den jeweiligen Shard (Hintergrundgeschichte, Regeln usw.) und soziale Kompetenzen nachweisen kann. Auf den OSI-Shards handelt es sich bei den GMs um 25 Spielleiter, die in einem Schichtsystem hauptberuflich für OSI tätig sind.

Andere MMORPGs werden von den Interviewpartnern nicht gespielt. Zum einen, weil kaum ein User über genügend Zeit für mehr als eines dieser Spiele verfügt und zum anderen, weil andere Vertreter dieses Genres kostenpflichtig sind.


06. Dezember 2005

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