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Dossier bpb.de

Gesellschaft: Soziale Aspekte

Unterwegs in Online-Welten

Spieler des Online-Rollenspiels "Ultima Online" über das Leben im Spiel und außerhalb
Shahieda Ibrahim
Inhalt
Einleitung
MMORPG – Was ist das?
Die Interviewpartner: Zur Person der Spieler
Persönliche Situation als Rollenspieler
Die Charaktere im Spiel
Soziale Kontakte im Spiel
Spielmotivation
Auswirkungen auf das soziale Netzwerk und die reale Welt
Transferprozesse
Fazit
Literatur
Spielmotivation

Ein Motiv für das UO-Spielen stellt die Faszination der User am Mittelalter und am Fantasy-Genre dar. Die Mehrheit der Befragten widmet ihre Freizeit auch Pen&Paper-Fantasy-Rollenspielen. Andy: "Daher ist es auch mein Interesse an Mittelalter und Fantasy, welches mich zu UO treibt. Das Bedürfnis, eine mittelalterliche Welt zu erleben, dort ein paar Schritte zu tun, sich umzusehen. Das ist doch die ganze Motivation dahinter ... oder?"

Aber auch das Hauptkriterium eines MMORPGs verfehlt seine Wirkung nicht. Pierre: "Der Reiz bei UO ist für mich … dass man immer andere Leute trifft und dass man genau weiß, dass da ein anderer irgendwo vorm Computer sitzt und auch spielt .. Das ist auch der Grund, warum ich schon so lange dabei bin … Und aus diesem Grund wird's auch nicht wirklich langweilig … so wie's bei mir mit anderen Spielen ist … bzw. nach einiger Zeit … wenn ich durch bin oder einfach nicht mehr will."

Die so genannten Quests (Abenteuer) tragen bei der Hälfte der Befragten ebenfalls zur Spielmotivation bei, da sie meist mit mehreren Usern zusammengespielt und als spannend empfunden werden. Andy: "Quests sind das Salz in der Suppe. Man kann nur eine bestimmte Zeit auf der Bank sitzen und labern, bevor es langweilig wird. Aber eine Story, eine Quest, macht das Ganze interessant."

Das Charakterspiel wird von fast allen Interviewpartnern für wichtiger als das Trainieren der Skills (Fähigkeiten) befunden. Dennis: "Sehr wichtig. Das sollte immer im Vordergrund stehen, denn darum geht es meiner Meinung nach bei UO. Ich finde, wenn jemand nur spielt, um seine Skills hoch zu puschen, kann er auch gleich Spiele wie 'Diablo' spielen." Stella: "Was nützt mir ein Char mit fantastischen Fähigkeiten, wenn ich nicht gutes Rollenspiel machen kann? Dann spielt auch keiner mit mir."

Thomas führt jedoch dazu aus: "Ich gehöre zu den Vertretern der Gruppe: Kein RP [Role Play = Rollenspiel] ohne Skills. Außerdem sind Skills natürlich, genauso wie Items [wertvolle Gegenstände] ein Ansporn und eine messbare Form von Aufstieg, im Gegensatz zur weniger messbaren und wesentlich langsameren Entwicklung, die man im Fall der RP-Macht hat."

Eine Zugehörigkeit zu einer Gilde (Zusammenschluss von mehreren Spielern zu einer gemeinsam interagierenden Spielergruppe) wird von einem Großteil der Interviewpartner als nicht wichtig empfunden. Pierre: "Also die Gildenzugehörigkeit ist mir nicht wichtig ... vielmehr die Leute, die in der Gilde sind. .. Mir ist egal, welchen Namen sie hat ... nur die Leute sind mir nicht egal." Thomas: "Gilden habe ich immer vermieden, da sie mich zu sehr eingezwängt haben. Ein Freundeskreis ermöglicht die gleichen Vorteile, verbunden mit weniger Nachteilen."

Ein fester Freundeskreis wirkt – außer auf Florian – auf alle Interviewpartner stark motivierend. Dennis: "Wichtig. Man hat es alleine schwer und es ist schön, wenn man auf die Hilfe von Freunden hoffen kann." Pierre: "Wenn ich darüber nachdenke ... ja ... eigentlich schon, man sollte auch nicht im RL dauernd die Freunde wechseln .. oder?"


06. Dezember 2005

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