|
|
 |

 |

Hintergrund aktuell (02.02.2009)
 |
 |
 |
|
 |
Weltwirtschaftsforum in DavosAm Sonntag (01.02.2009) ist das 39. Weltwirtschaftsforum in Davos zu Ende
gegangen. Im Zeichen des weltweiten Wirtschaftsabschwungs hatten
Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft über Wege aus der Krise beraten.
Auf konkrete Schritte konnte man sich aber nicht einigen.
|
 |
 |
| Zum Weltwirtschaftsforum in Davos waren mehr als 2.500 Experten
aus Politik, Wirtschaft und Finanzwelt gekommen. Foto: AP |
 |
 |  |
Mehr Kontrolle, mehr internationale Zusammenarbeit - das ist das Ergebnis
des 39. Weltwirtschaftsforums in Davos. Mehr als 2.500 Experten aus Politik, Wirtschaft und Finanzwelt, aber auch Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und Religionsgemeinschaften hatten hier vom 28. Januar bis zum 1. Februar im Schweizer Kurort über Probleme und Auswege aus der Weltwirtschaftskrise beraten.
Allerdings konnten sich die Teilnehmer auf keine konkreten Schritte einigen.
Diese sollen spätestens auf dem G-20-Gipfel im April in London folgen. Einig
waren sich die Vertreter aus Politik und Wirtschaft aber, dass das
derzeitige Finanzsystem künftig nicht mehr tragfähig sei und einer Reform
bedürfe. Im Wesentlichen folgten die Lösungsvorschläge zur Überwindung der
Krise den Vorgaben, welche die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer
(G20) im November auf dem Weltfinanzgipfel gemacht hatten: Märkte, Produkte
und Akteure des internationalen Finanzsystems sollten künftig stärker
kontrolliert und reguliert werden. Zudem müsse die internationale
Staatengemeinschaft ihre Zusammenarbeit besser koordinieren.
Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnte an, dass der Krise nur durch eine
langfristige Strategie begegnet werden könne - Ziel sei eine
Marktwirtschaft, die das Wachstum fördere, gleichzeitig aber Exzesse
selbständig verhindere. Merkel plädierte deshalb für eine "Charta des
gemeinsamen Wirtschaftens", um eine neue globale Finanzarchitektur jenseits
der staatlichen Grenzen zu etablieren. Diese solle verbindliche Regeln für
das gemeinsame Wirtschaften aufstellen, die zudem auch die Klima- und
Entwicklungspolitik berücksichtigen. Als Kontrollgremium schlug die
Kanzlerin einen Weltwirtschaftsrat vor, der bei den Vereinten Nationen (UN)
angesiedelt werden könne.
|
 |
Infobox |
 |
 |
 |
 |
Das Weltwirtschaftsforum Das "World Economic Forum" (WEF) ist aus dem im Jahr 1971 gegründeten
"European Management Forum" hervorgegangen und war zunächst als Treffen für
Wirtschaftsmanager gedacht. Schon bald wurde der Teilnehmerkreis auf
politische Entscheidungsträger ausgeweitet. Zugleich hat sich der
Arbeitsbereich des WEF durch Gründung verschiedener regionaler Foren
international ausgedehnt. Im Mittelpunkt der Aktivitäten des WEF steht das
jährliche Treffen in Davos, bei dem die Teilnehmer über globale Fragen wie
Armut und Umweltfragen diskutieren. Das Treffen dient dem Aufbau und der
Pflege von Netzwerken und hat sich zu einer der weltweit bekanntesten
Wirtschaftsveranstaltungen entwickelt.
|
 |
 |
|
Auf dem Weltwirtschaftsforum stand aber nicht nur die Reform des
internationalen Finanzsystems im Blickpunkt, sondern auch die möglichen
sozialen und politischen Auswirkungen der Krise. Der südafrikanische
Finanzminister Trevor Manuel machte etwa darauf aufmerksam, dass vor allem
die Entwicklungsländer durch rückläufige Investitionen von der Krise
betroffen seien. Aber auch die boomenden asiatischen Volkswirtschaften wie
Japan und China bekommen inzwischen die Auswirkungen der Krise zu spüren.
 |
 |
 |
 |
Klicken Sie zum Vergrößern auf die Grafik!
|
 |
|  |
 |
So schrumpfte die Wirtschaftsleistung Chinas im letzten Quartal 2008 auf
vergleichsweise geringe 6,8 Prozent. Die Summe aller in China
produzierten Waren und Dienstleistungen verzeichnete im Gesamtjahr ein Plus
von neun Prozent - so wenig wie seit sieben Jahren nicht mehr. Erste Folgen
zeichnen sich bereits ab: Rund 15 Prozent der insgesamt gut 130 Millionen
Wanderarbeiter haben bislang ihre Arbeit verloren oder keine Beschäftigung
gefunden, wie aus einer Untersuchung des chinesischen Landwirtschaftsministeriums
hervorgeht. Aufgrund der sinkenden weltweiten Nachfrage mussten tausende Fabriken
bereits schließen. Aber auch für die übrigen Volkswirtschaften erwartet der
Internationale Währungsfonds (IWF) in seinem aktuell veröffentlichten
Weltwirtschaftsausblick rückläufige Zahlen. Damit könnte die Weltwirtschaft
2009 um nur noch 0,5 Prozent zulegen (siehe Grafik) - das wäre das geringste Wachstum seit 60 Jahren.
Mehr zum Thema
|
 |
 |

 |
euro|topics: Andreas Bock
 |
 |
 |
 |
Kapitale Fragen
Mit dem Ausbruch der globalen Finanzkrise im September 2008 steht die Finanzwelt vor einer historischen Zäsur. Ist der Kapitalismus moderner Prägung am Ende? Welche Rolle spielen Markt und Staat in der Zukunft? Die europäische Presse stellt das kapitalistische System auf den Prüfstand. |
 |
 |
|
 |
|
 |
10. Februar 2012
 |
 |
 |
Mehr Wissen |
 |
 |
 |  |
 |
 |
 |
 |
Stichworte aus den Lexika der bpb
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Dossier |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Wirtschaft
Wirtschaftliche Grundkenntnisse sind so wichtig wie das kleine 1x1. Das Dossier liefert Hintergründe und Themenbeiträge zu den wichtigsten aktuellen Wirtschaftsdebatten. |
 |
|
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
Finanzmärkte |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Größere Finanzkrisen seit 1970
Finanzkrisen sind keine seltene Erscheinung. Zwischen 1970 und 2007 wurden 124 Bankenkrisen, 326 Währungskrisen und 64 Staatsverschuldungskrisen auf nationaler Ebene gezählt. |
 |
|
 |
 |
 |
|
 |
 |
|