Die bpbBestellenNewsletterPressePartnerImpressumKontakt

Home
   
FAQ Index


Themen
Gesellschaft
Klimawandel
Klimasystem
Wetter, Klima und Klimawandel
Geschichte des Klimas
Anthropogener Treibhauseffekt
Entdeckung des menschlichen Einflusses
Das Wetter der Zukunft
Klimaszenarien
Ursachen und Folgen
Klimapolitik
Maßnahmen
Bildergalerien
Ausstellung
Weitere bpb-Angebote
Quiz
Glossar
Slideshow
Publikationen
Veranstaltungen
Wissen
Lernen
ZMI Universität Giessen Arte netzeitung.de Arte ZMI Universität Giessen taz Kulturstiftung des Bundes Berliner Konferenz Universität Duisburg-Essen Köln International School of Design
Suche
Dossier bpb.de

Klimasystem

Vom Menschen gemacht


 2 / 2 
weiter
Der anthropogene Treibhauseffekt
Christiane Beuermann
Verursacher

Werden die Aktivitäten und resultierenden Emissionen den Ursprungsstaaten zugeordnet, so können verschiedene Betrachtungsweisen unterschieden werden: Absolute, kumulierte und Pro-Kopf-Emissionen. Diese spiegeln auch die unterschiedlichen historischen und aktuellen Beiträge und Verantwortungen zum anthropogenen Treibhauseffekt dar. Dies wird im Folgenden exemplarisch für den Bereich der energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen dargestellt.

Betrachtet man die kumulierten, also über einen bestimmten Zeitraum summierten Emissionen, so zeigt sich für den Zeitraum 1992 bis 2004, dass die USA mit 24 Prozent der Gesamtemissionen der weltweit größte Emittent sind. Es folgen Europa mit 19 Prozent, China mit 14 Prozent, Russland (7 %), Japan (5 %), Indien (4 %), Kanada (2 %), Australien (1 %). Die regionale Verteilung zeigt, dass die Entwicklungsländer Asiens zu fünf Prozent beitragen, Süd- und Mittelamerika, der Mittlere Osten und Afrika zu jeweils vier Prozent. Die Entwicklungsländer insgesamt verantworten gut 30 Prozent. Vergleicht man diese Daten mit denen eines früheren Zeitraumes, so zeigen sich starke Veränderungen im Verhältnis der Anteile von Entwicklungs- und Schwellenländern zu Industrieländern, die auf die stärkere wirtschaftliche Tätigkeit sowie das Bevölkerungswachstum der ersteren zurückzuführen sind. Es zeigt sich, dass die Anteile der Industrieländer abnehmen (z. B. von 58 Prozent für die USA und Europa im Zeitraum 1990 bis 1999) und die der Entwicklungs- und Schwellenländer insbesondere China und Indien stark zunehmen (z.B. von 21 Prozent für die Entwicklungsländer im Zeitraum 1990 bis 1999).

Übergreifende Trends, die die Emission von Treibhausgasen und die Zuwächse oder Abnahmen in den einzelnen Staaten beeinflussen, sind steigender Energie- und Ressourcenverbrauch durch Bevölkerungswachstum, Verstädterung, Handelsverflechtungen und Globalisierung, Wirtschaftswachstum allgemein, Motorisierung, Entwaldung und Landwirtschaft.

Hinsichtlich von Fragestellungen zur internationalen Gerechtigkeit werden die Treibhausgase pro Kopf betrachtet. Innerhalb der Industrieländer gibt es hier große Unterschiede. Wieder anhand des Beispiels der energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen betrachtet, führen die USA deutlich mit 24 Tonnen CO2 pro Kopf (cap) vor Kanada mit 18 t CO2/cap. Ein effizienterer Umgang mit Energie und unterschiedliche Lebensstile erklären die geringeren Werte für zum Beispiel Deutschland (10 t CO2/cap) und (Japan (9,5 t CO2 /cap). Die aufgrund der hohen Bevölkerungszahlen hohen absoluten Emissionen Chinas (3,6 t CO2/cap) und Indiens (1t CO2/cap) relativieren sich in der Pro-Kopf-Sicht.

Bewertung

Die Klimaforschung ist sich einig: Es besteht ein Konsens, dass der anthropogene Treibhauseffekt existiert und dass die vom Menschen emittierten Treibhausgase einen Einfluss auf das Klima haben und zu einer Erwärmung führen. Die Auswirkungen werden gravierend sein, und sie sind heute schon sichtbar. Bekannt sind auch die Ursachen und Verursacher. Theoretisch wäre dies eine günstige Konstellation, um schnell und konsequent zu Handeln, relativiert wird dies aber durch verschiedene Herausforderungen, von denen hier zwei genannt werden:

Die Verursacher werden sowohl räumlich als auch zeitlich nicht mit den Folgen ihres Handelns direkt konfrontiert: Es ist egal, wo Treibhausgase emittiert werden, die Wirkung ist global. Und obwohl heute schon deutliche Anzeichen der Erwärmung und ihrer Auswirkungen vorhanden sind, sind die wirklich drastischen Folgen doch eher für die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts zu erwarten. Es gibt also noch keinen direkten und unmittelbaren Handlungsdruck. Der Weltklimarat (IPCC) schätzt, dass die Erwärmung auf ungefähr zwei Grad Celsius beschränkt werden müsse, daher müssten schnell, innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre drastische Umsteuerungsprozesse erfolgen. Es ist fraglich, ob politische Entscheidungsprozesse bei Konflikten im Hinblick auf die Verantwortung sowie Befürchtungen hinsichtlich der wirtschaftlichen Zukunftschancen so schnell an die Herausforderungen angepasst und Maßnahmen umgesetzt werden können.

Umsteuerungsprozesse und damit die Reduktion der Treibhausgasemissionen sind bei allen heutigen Verursachern notwendig. Auf die Staatenebene bezogen heißt dies, dass die Industrieländer aus ihrer historischen Verantwortung für einen Großteil der seit der Industrialisierung kumulierten Emissionen heraus in ihren Bemühungen vorangehen müssten. Die Entwicklungs- und Schwellenländer, die heute zum Teil immer noch geringe pro Kopf aber bereits hohe absolute Emissionen aufweisen, müssten ebenfalls bereits heute mit Bemühungen zur Emissionsreduktion beginnen. Sie haben andererseits historisch nur eine geringe Verantwortung für den heute bereits vorhandenen Klimawandel und werden gleichzeitig die Hauptlasten tragen müssen. Daraus resultieren starke Konflikte in den internationalen Verhandlungen zum Schutz des Klimas. Die Einzelstaaten hingegen stehen vor großen Herausforderungen, ihre Politiken und Maßnahmen so umzustrukturieren, dass Anreize für klimafreundliche Investitionsentscheidungen und individuelle Verhaltensänderungen gesetzt werden.


10. Juli 2008

 2 / 2  weiter


 
Druck-Version
Artikel versenden
Redaktion
Informationen zur politischen Bildung
Umweltpolitik
Umweltpolitik
Treibhauseffekt, Nahrungsmittelknappheit und das Wachstum der Erdbevölkerung: Die Welt steht vor großen umweltpolitischen Herausforderungen. Politiker, Medien und Umweltaktivisten diskutieren mögliche Lösungen für diese und weitere Probleme. Wie kann der Mensch das System Erde schützen? Das Heft gibt Antworten.
Umweltpolitik
Aus Politik und Zeitgeschichte
Klimawandel
Klimawandel
Der Klimawandel stellt die Menschheit vor eine riesige Herausforderung. Ende 2010 wird sich die Welt in Cancún (Mexiko) versammeln, um über ein neues Klimaabkommen zu verhandeln.
Klimawandel
Schriftenreihe
Dreck
Dreck
Verbrauchen wir den Boden schneller, als er sich regeneriert? Eine Zivilisation überlebt nur, wenn sie Erde wie ein wertvolles Erbe behandelt. Die Kulturgeschichte des Bodens plädiert für einen nachhaltigen und respektvollen Umgang mit dieser Ressource.
Dreck

Themen | Wissen | Veranstaltungen |
Publikationen | Lernen |
Die bpb | Bestellen | Newsletter | Presse | Partner |
Impressum | Datenschutz | Kontakt | Home