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Aussiedler

Die Deutschen in Polen

Dr. Joachim Rogall
Inhalt
Einleitung
Unsichere Identität
Schicksal nach 1945
Zugeständnisse 1950–1960
Entwicklung bis 1989
Gegenwart
Rolle der Minderheit
Einleitung

Unter den Aussiedlern standen bis 1989 diejenigen aus Polen zahlenmäßig an erster Stelle. Nach der politischen Wende in Polen nahm die Zahl der Aussiedler aus Polen jedoch rasch und drastisch ab. Zum Verständnis für diese Entwicklung ist zunächst ein kurzer Rückblick auf die Bevölkerungsentwicklung und die jüngere Geschichte dieser Region Mitteleuropas notwendig.

Das heutige polnische Staatsgebiet ist das Ergebnis einer Westverschiebung Polens als Folge des Zweiten Weltkrieges. Die Sowjetunion hatte 1945 die Ostgebiete des polnischen Staates der Vorkriegszeit annektiert und dafür die Ostgebiete des Deutschen Reiches nach dem Gebietsstand von 1937, Südostpreußen, Danzig, Pommern, Ostbrandenburg und Schlesien, polnischer Verwaltung unterstellt. Dieser auf der Potsdamer Konferenz auch von den Westalliierten anerkannte neue polnische Staatsbereich umfasst damit Gebiete, die seit Jahrhunderten zum deutschen Staats- und Kulturgebiet gehört hatten und bis 1945 fast ausschließlich von Deutschen bewohnt gewesen waren.

Im Verlauf der deutschen Ostbewegung wurden seit dem 12. Jahrhundert diese Landschaften durch Deutsche besiedelt. Die deutschen Einwanderer bildeten allmählich die Bevölkerungsmehrheit und die geringe slawische (in Ostpreußen: baltische) Vorbevölkerung wurde assimiliert. So entstanden aus deutschen und slawischen Wurzeln die Neustämme der Schlesier, Pommern und Ostpreußen.

*Dieser Text ist eine überarbeitete, aktualisierte und in Teilen gekürzte Version des Artikels "Deutsche in Polen" von Dr. Joachim Rogall in den Informationen zur politischen Bildung "Aussiedler" (Nr. 267).


15. März 2005


 
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