Erde

40 Jahre BAföG

Gleiche Bildungschancen für alle: Mit diesem Ziel verabschiedete der Bundestag am 26. August 1971 das Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG. Jugendliche und junge Erwachsene sollten unabhängig von ihrer sozialen und wirtschaftlichen Situation eine Ausbildung absolvieren. Seither haben schätzungsweise vier Millionen Menschen die staatliche Förderung für ein Studium in Anspruch genommen.

Die BAföG-Einführung am 1. September 1971 brachte ein Novum: War die staatliche Unterstützung bislang vor allem an gute Leistungen gebunden und auf das universitäre Studium beschränkt, erhielt erstmals ein breiter Kreis von Menschen einen Rechtsanspruch auf finanzielle Unterstützung, unter anderem auch Schüler und Auszubildende. Seit seiner Einführung vor 40 Jahren wurde das BAföG immer wieder novelliert, zuletzt 2010. BAföG steht dabei für Bundesausbildungsförderungsgesetz, die Abkürzung wird umgangssprachlich aber auch für die finanziellen Leistungen verwendet.

BAföG – Geförderte nach dem BundesausbildungsförderungsgesetzBAföG-Empfänger, 1991 bis 2007. Klicken Sie zum Vergrößern bitte auf die Grafik!
Ziel des BAföG ist es, Jugendlichen und jungen Erwachsenen unabhängig von ihrer sozialen und wirtschaftlichen Situation eine Ausbildung zu ermöglichen. Das Gesetz regelt, ob und in welcher Höhe Auszubildende finanzielle Zuschüsse oder zinslose Darlehen erhalten können. Gefördert wird in erster Linie das Hochschulstudium, unter bestimmten Umständen aber auch der Besuch einer weiterführenden allgemeinbildenden Schule ab der 10. Klasse (z. B. Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie Gymnasien) – vorausgesetzt, die Schülerinnen und Schüler wohnen nicht bei den Eltern. Möglich ist außerdem die finanzielle Unterstützung einer Ausbildung an Fachschulen, bestimmten Berufsfachschulen sowie an Bildungsstätten wie Abendschulen, Berufsaufbauschulen und Kollegs.

Wer kann BAföG beantragen?



BAföG kann beantragen, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Aber auch Ausländer mit Bleibeperspektive in Deutschland, etwa Menschen mit einem dauerhaften Aufenthaltsrecht. Ferner muss die Ausbildung vor Vollendung des 30. Lebensjahres begonnen werden – bei Masterstudiengängen vor Vollendung des 35. Lebensjahres. Allerdings gibt es im Falle der Altersbegrenzung Ausnahmen, beispielsweise für Absolventen des zweiten Bildungswegs und für Auszubildende, die eigene Kindern unter 10 Jahren erziehen.

Wie berechnet sich das BAföG und wie hoch ist die Ausbildungsförderung?



Gezahlt wird ein monatlicher pauschaler Betrag. Dessen Berechnung orientiert sich an der Art der Ausbildungseinrichtung – beispielsweise Gymnasium oder Hochschule – und ist abhängig davon, ob man bei den Eltern wohnt. Um die genaue Höhe des sogenannten Bedarfssatzes zu bestimmen, werden weitere Faktoren einberechnet: Das Einkommen und Vermögen der Auszubildenden und ihrer Eltern sowie – bei Ehen und eingetragenen Lebenspartnerschaften – das Einkommen der Partnerinnen oder Partner. Als Faustregel gilt: Vom jeweiligen Bedarfssatz werden Einkommen und Vermögen abgezogen. Derzeit liegt der Höchstsatz bei 670 Euro. Bei Studenten richtet sich die Dauer der finanziellen Förderung nach der Regelstudienzeit.

Muss die Ausbildungsförderung zurückgezahlt werden?



Schüler erhalten die Förderung in der Regel als Vollzuschuss, müssen sie also nicht zurückzahlen. Studierende und Auszubildende an Höheren Fachschulen und Akademien erhalten die Förderung zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als zinsloses Staatsdarlehen. Das Deutsche Studentenwerk schätzt, dass rund vier Millionen Menschen seit der BAföG-Einführung vor 40 Jahren die staatliche Förderung für ein Studium in Anspruch genommen haben. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Geförderten stetig gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben 2010 rund 916.000 Menschen BAföG bezogen – ein Zuwachs von 43.000 gegenüber 2009. Unter den Geförderten waren im vergangenen Jahr knapp 324.000 Schülerinnen und Schüler sowie 592.000 Studierende. 2010 betrugen die Ausgaben des Bundes und der Länder für die Ausbildungsförderung rund 2,87 Milliarden Euro.


Mehr zum Thema

Christian Berg / Regina Weber

Hochschulreform aus studentischer Perspektive

Rückkehr zur Wissenschaftlichkeit, soziale Absicherung und Chancengleichheit, das fordern die Studierenden von der Hochschulreform. Marktwirtschaftliche Effizienz kann das nicht leisten - die öffentliche Hand ist gefragt. Weiter...

Werner Schönig / Oliver Farhauer

Bildungsförderung, Verteilungspolitik und soziale Durchlässigkeit

Bildungs- und Einkommenschancen von Kindern sind auch in Deutschland stark vom sozialen Status der Eltern abhängig. Eine Bildungsoffensive für sozial benachteiligte Familien verspräche zugleich höhere Wachstumsraten und eine geringere qualifikatorische Arbeitslosigkeit. Weiter...

 
zum Fragebogen >

Ihre Meinung ist uns wichtig


Vielen Dank für Ihren Besuch von bpb.de!

Wir wollen unseren Internetauftritt verbessern - und zwar mit Ihrer Hilfe. Dazu laden wir Sie herzlich zu einer kurzen Befragung ein. Sie dauert etwa 10 Minuten. Die Befragung führt das unabhängige Marktforschungsinstitut SKOPOS für uns durch.

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Teilnahme. Ihre Meinung ist uns sehr wichtig!

Ihre Bundeszentrale für politische Bildung

Information zum Datenschutz und zur Datensicherheit


Als unabhängiges Marktforschungsinstitut führt SKOPOS Institut für Markt- und Kommunikationsforschung GmbH & Co. KG im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung diese Befragung durch.

Zur Durchführung der Befragung erhebt SKOPOS Ihre IP-Adresse. Diese wird umgehend anonymisiert und getrennt von den Befragungsdaten verarbeitet, deshalb ist eine Identifizierung von Personen nicht möglich. Weitere personenbeziehbare oder personenbezogene Daten werden nicht erhoben.

Die Befragung entspricht den gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz und den Richtlinien des Berufsverbandes Deutscher Markt- und Sozialforscher e.V. sowie der Europäischen Gesellschaft für Meinungs- und Marketingforschung. Es erfolgt keine Weitergabe an Dritte.

Weitere Informationen und Kontaktdaten finden Sie hier.