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Antisemitismus

Antisemitismus im Fußball


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Ein Besuch beim TUS Makkabi Berlin
Nadja Müntsch

Makkabi
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Turnier beim TUS Makkabi 2006: "Wir wuenschen uns Zivilcourage"
"Was einmal reißt, das reißt immer", schimpft Jan und begutachtet seine schmerzende Wade. "Ein Bänderanriss vor einigen Monaten, jetzt trainiere ich das erste Mal seitdem, und wieder passiert mir das gleiche", ärgert sich der Fußballer, während sein Spielerkollege ihm Eisspray aufträgt und so versucht, den Schmerz zu mildern. Beide Männer spielen in der zweiten Herrenmannschaft des TuS Makkabi Berlin, einem jüdischen Fußballverein. Sein Dachverband, Makkabi Deutschland, ist der einzige jüdische Sportverband in Deutschland.

Auf den ersten Blick eine normale Mannschaft. Trainer Ilja Slavinski nimmt seine Jungs hart ran, lässt sie zwei Stunden lang dribbeln, in die Höhe springen und rennen. "Alte russische Schule" ruft da einer absichtlich laut, man foppt sich gegenseitig, redet über Persönliches, über Verletzungen, ein gesunde Prise sportlichen Ehrgeizes schwingt mit, vor allen Dingen aber spielt man zum eigenen Vergnügen.

Zur Person
Nadja Müntsch
Nadja Müntsch, geboren 1981 in Waiblingen, ist Studentin der Politikwissenschaft an der Universität Greifswald. Neben Auslandsaufenthalten in Sevilla und Krakau ist sie seit April 2006 Mitarbeiterin beim Online-Magazin 'Blick nach rechts' und verfasst derzeit ihre Abschlussarbeit zum Thema Rechtsextremismus.

Die Spieler lassen sich ihren Spaß am Fußball nicht nehmen, trotz der Geschehnisse der vergangenen Monate. Im September 2006 sind sie gegen den VSR Altglienicke angetreten, ein Spiel in der Regionalliga B. Kaum ist das Spiel angepfiffen, müssen sich die Makkabi-Spieler wüsteste antisemitische Beschimpfungen, auch Drohungen von VSR-"Fans" anhören: "Wir vergasen euch", "wir bauen eine U-Bahn nach Auschwitz“ – solche und ähnliche Sprüche gegen die TuS-Spieler werden immer wieder von der Zuschauerbank laut. Der Schiedsrichter greift nicht ein. Später wird er zu Protokoll geben, nichts gehört zu haben, keinen Laut von den zehn bis fünfzehn Hooligans, die da auf der Zuschauertribüne stehen und ihre Hassparolen von sich geben.

Die Makkabi-Spieler setzen sich schließlich zur Wehr und stellen den Schiedsrichter wiederholt zur Rede. Warum reagiert er nicht? Sie fühlen sich ungerecht behandelt. Der Schiedsrichter behauptet seinerseits, von den Makkabi-Fußballern als "Arschloch" und "Schwein" beschimpft worden zu sein. Der Spieler Raffael Tepmann sieht dafür die gelbe Karte. Als Makkabi-Kapitän Vernen Liebermann dann seine Mitspieler auffordert, den Rasen zu verlassen, sieht er Gelb-Rot. Liebermanns Platzverweis in der 78. Minute ist schließlich auch der Auslöser für die Mannschaft, den Platz geschlossen zu verlassen. Die Spieler des VSR Altglienicke entschuldigen sich für ihre Zuschauer. Einer aus der Altglienicker Mannschaft verständigt auch die Polizei. Aber als diese nach einer Stunde eintrifft, sind die Störer längst von der Zuschauerbank verschwunden.

Allerdings wurden die Makkabi-Fußballer auf dem Weg zum Parkplatz noch von einigen der Hooligans körperlich bedroht und provoziert, berichten sie später: "Die haben uns Schläge angedroht und es wohl darauf angelegt, dass wir zuerst zuschlagen. Wir sind aber nicht darauf eingegangen.", sagt Alexander Zoi.


17. Januar 2007

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Informationen zur politischen Bildung (Heft 271)
Vorurteile
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Alle Menschen haben Vorurteile, sie sind in der Struktur des Denkens angelegt. Vorurteile können jedoch zu Pauschalurteilen führen und Feindbilder festigen. Das neu bearbeitete Heft entkräftet zentrale Vorurteile und stellt Gegenmaßnahmen vor.
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Stichwort Antisemitismus
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