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Deutsche Teilung - Deutsche Einheit

Grenzland

Wissen Sie noch, wo die Grenze war? Welche Orte sie in der Mitte zerteilte? Wo sie den Einwohnern den Weg zum Fluss abschnitt oder den Blick aus dem Fenster versperrte? Grenzspuren gibt es noch heute.

Grenzland

Aber was ist aus den Bewohnern der Grenzorte geworden? Hat es sie wirklich aus der Isolation und Vergessenheit in die Mitte Europas katapultiert? Und wie war das Leben an der Grenze damals? So nah an der Grenze, so nah am Klassenfeind.

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Asbach-Sickenberg

Der Ort Asbach-Sickenberg liegt in Thüringen, knapp vierzig Kilometer östlich von Kassel. Als Kind erlebte die heutige Bürgermeisterin Erna Ursel Lange die Entstehung der Grenzanlagen mit. Heinz-Josef Große ließ hier sein Leben, als er versuchte in den Westen zu fliehen.

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Beendorf

Neu: Die Vergangenheit ist allgegenwärtig im Dorf am ehemals größten deutsch-deutschen Grenzübergang Marienborn: ein Kalisalzberg, ein Massengrab und vier Einzelgräber von Zwangsarbeitern, ein KZ-Gedenkstein, denkmalgeschützte Industrierestbestände und in der Nähe das Atommüllendlager Morsleben.

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Blankenberg

Im thüringischen Blankenberg steht ein Stück Industriegeschichte: eine der ältesten Langsiebpapiermaschinen der Welt. Zu DDR-Zeiten blickten die Arbeiter der Papierfabrik durch die Fenster Richtung Bayern. Auf dem Dach passten bewaffnete Grenzer auf, dass keiner über den Grenzfluss in den Westen flüchtete.

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Boizenburg

Früher hatte Boizenburg 2000 Beschäftigte in der Elbewerft und 1000 im Fliesenwerk - aber keinen Blick auf die Elbe. Heute ist die Werft stillgelegt, das Fliesenwerk kämpft ums Überleben. Dafür hat der Ort eine sanierte Altstadt, ein Fliesenmuseum und freien Zugang zur Elbe.

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Brocken

1141,1 Meter ragt der Brocken heraus aus der flachen Landschaft Norddeutschlands. Seit 1961 war der Gipfel des Brocken militärisches Sperrgebiet im Grenzregime der DDR und damit nicht mal für Hexen ohne Passierschein zu erreichen.

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Dassow

Heute ist Dassow die nordwestlichste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern und wird "Das Tor zur Ostsee" genannt. Bis 1989 lag Dassow mitten im Sperrgebiet und das einzige Tor zur Ostsee war der Schlagbaum an der Straße nach Wismar. Wer da durch wollte, brauchte einen Passierschein.

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Dedeleben

An der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen liegt das Dorf Dedeleben. Seit der Wende hat sich hier viel geändert. Aus dem Ort im ehemaligen Sperrgebiet ist ein Schlafdorf geworden.

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Elend

Wenn ein Ort im Sperrgebiet Elend heißt, scheint der Name Programm zu sein. Doch im Harz ist alles anders. Sperrgebiet hin, Sperrgebiet her – hierher wurden jährlich Tausende von DDR-Urlaubern zur Erholung verschickt.

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Großensee

Großensee lag mitten im Sperrgebiet, auf drei Seiten von Hessen umschlossen. Der Westen war so immer in Sichtweise. Jeder Spaziergang an der Grenze machte verdächtig. Pfarrer Fritz Ewald erinnert sich: "Die Stimmung war wie auf dem Friedhof."

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Heinersdorf und Judenbach

Sind die ehemaligen Grenzanlagen nur Bauwerke oder doch ein Stück Geschichte? Erich Eckert hat sich dafür eingesetzt, dass Grenze und Mauer als Mahnmal erhalten bleiben. Peter Keiner hat gleich einen alten Führungsturm gekauft - aber nur wegen der Aussicht.

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Hötensleben

Das Geburtshaus von Elke Huhn war das erste Haus im Westen - und damit Anlaufstelle für DDR-Flüchtlinge. Wenn nachts Steinchen ans Fenster flogen, war klar: Es war wieder jemand über die Grenze in Hötensleben geflüchtet.

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Kühlungsborn

Neu: Sonnenuntergang an der Ostsee und nur ein Gedanke: Richtung Westen und dann immer geradeaus. Von Kühlungsborn aus versuchten viele DDR-Bürger über die Ostsee in den Westen zu fliehen.

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Kühlungsborn II: Flucht über die Ostsee

Neu: Niemand weiß, wie viele DDR-Bürger über die Ostsee geflohen sind oder es versucht haben. Viele sind umgekommen, viele wurden festgenommen. Einer der es geschafft hat, ist Jörn Wiek.

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Lenzen

Neu: Als kleiner Junge hat Günter Wittig oft vom Deich aus auf die Elbe geschaut. Später bildete der Fluss die Grenze zwischen DDR und Bundesrepublik, der Deich war verbotenes Gelände. Im Winter 1963 war der Fluss zugefroren. Morgen kommen die Eisbrecher, hieß es. Jetzt oder nie, denkt sich Günter Wittig.

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Lindewerra

Zwölf Jahre war Manfred Sippel, als die Volkspolizei ihn und seine Familie abholte und ins Landesinnere verfrachtete. Nach der Wende kehrte Sippel nach Lindewerra im thüringischen Eichsfeld zurück.

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Mackenrode

1945 wurde das Wanfrieder Abkommen unterzeichnet, das den Gebietsaustausch zwischen der amerikanische und sowjetischen Besatzungszone regelte. Dass die Kronenmühle von Familie Klöppner im thüringischen Mackenrode noch existiert, liegt an dieser sogenannten Whisky-Vodka-Linie.

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Marienborn

Anfangs ein paar Holzbaracken, später der wichtigste Grenzübergang von Ost nach West mit allem, was die DDR an Grenzschutzschikanen zu bieten hatte. Heute ist der Einreisebereich eine Gedenkstätte.

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Mödlareuth

"Little Berlin" nannten die Amerikaner Mödlareuth: die innerdeutsche Grenze mitsamt Mauer durchschnitt das Dorf. Heute ist Mödlareuth vereinigt und doch getrennt: Mödlareuth-Ost gehört zu Thüringen, hier grüßt man sich mit "Guten Tag". "Grüß Gott" sagt man im bayerischen Mödlareuth-West. Und in der Mitte fließt der Tannbach.

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Probstzella

Wo früher der Interzonenzug hielt, rast heute der Intercity von Berlin nach München durch. Vom ehemaligen deutsch-deutschen Grenzbahnhof ist nichts mehr zu sehen. Doch die Menschen in Probstzella erinnern sich noch.

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Rüterberg

Neu: Ringsum eingezäunt, war das Dorf Rüterberg in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur vom Westen, sondern auch dem Rest der DDR abgeschirmt. Wer nachts zu spät kam, musste draußen schlafen. Doch am 8. November 1989 riefen auch die Rüterberg: "Macht das Tor auf!"

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Rieth

Wenn im thüringischen Rieth am Grenzzaun Alarm ausgelöst wurde, mussten in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) alle Arbeiten ruhen - selbst mitten in der Ernte. Der damalige LPG-VorsitzendeNorbert Wirsching erinnert sich.

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Schweickershausen

Klingt fränkisch, wirkt fränkisch, ist aber nicht fränkisch: Schweickershausen liegt im thüringischen Landkreis Hildburghausen. Zu DDR-Zeiten hatte Bürgermeister Ulrich Klette alle Mühe, um Baumaterial für die Fachwerkhäuser zu organisieren.

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Sonneberg

Sonneberg im südlichen Thüringen ist bekannt für sein Spielzeug. Ein Fünftel der weltweiten Spielzeugproduktion stammte nach dem Ersten Weltkrieg aus der Kleinstadt. Sibylle Abel ist an der Grenze aufgewachsen und kann sich noch gut erinnern.

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Sorge

Die Gemeinde Sorge im Harz hat Brockenblick und Vergangenheit. Damit die nicht in Vergessenheit gerät, gibt's im Grenzmuseum außer Wachturm, Grenzanlagen, Kolonnenweg und Hundezwinger auch noch den Ring der Erinnerungen zu sehen.

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Wahlhausen

Im thüringischen Wahlhausen gab es eigentlich nur zwei Wege - einmal zum Schlagbaum und aus der Sperrzone in die DDR. Und einmal zum Grenzzaun. Aber wo ein Wille ist, gibt es manchmal auch Wege, die es eigentlich nicht gibt.

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Zwinge

Eigentlich dürfte es Zwinge überhaupt nicht geben. Denn Orte mit Null Meter Abstand zur Grenze wurden zügig von der Landkarte entfernt. Doch in Zwinge gab es eine Ziegelei und die Steine wurden dringend gebraucht. So wurde der Ort in eine Art geheimen Hochsicherheitstrakt verwandelt.


 
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